Fahrt 1995 - Fahrt 2001 - Fahrt 2007 - Fahrt 2010 - Fahrt 2011 - Fahrt 2012


Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die vor Reiseantritt ausgiebig planen, durchfuhr ich zum allerersten Mal nach Gutdünken im Jahre '95 den Süden Norwegens, war schwer beeindruckt und möchte anhand meiner Bilder Eindrücke weitergeben, die vielleicht den Ein oder Anderen überreden könnten, sich einmal im Norden Europas umzusehen. Ihr werdet bestimmt nicht enttäuscht werden.
Früher verbrachte ich den Urlaub in Italien, Jugoslawien oder Österreich. Erinnerungen daran sind fast nicht mehr vorhanden. Nie wäre ich von alleine auf die Idee gekommen nach Norwegen zu fahren. Vor nicht allzulanger Zeit sagte ein ehemaliger Chef zu mir: "Günther, fahr' nach Norwegen. Da gefällt's Dir bestimmt." Wie gut der mich doch kannte. Gesagt, getan. Im geliehenen Firmenwagen, es war ein VW T4 Kastenwagen, war ich im August '95 für 3 Wochen im Süden Norwegens das erste Mal unterwegs und schwor mir am Ende, in Zukunft immer in Norwegen Urlaub zu machen. Im Jahre '01 musste dann mein eigener PKW ran. Trotz anfänglicher Bedenken wegen der geringen Bodenfreiheit, wagte ich mich auf die abenteuerlichsten Nebenstraßen. Viele Straßen, die ich befuhr, lagen abseits vom Asphalt. Der Sunny GTI ließ sich dadurch aber nicht beeindrucken. Nur einmal fing ich mir einen Kratzer am vorderen Spoiler ein - nicht schlimm.
Mein Zelt hatte ein patentiertes Klappgestänge an dem das miteinander verbundene Außen- und Innenzelt hing. Dadurch ließ es sich in Minutenschnelle auf- und abbauen. Ansonsten hatte ich alles dabei, was für's Campen erforderlich war.
Mein wichtigster und ständiger Begleiter war eine detailierte Straßenkarte von Cappelens. Nach dem Abendbrot legte ich das Ziel für den nächsten Tag fest, und weiter ging's.



Auf der Ladefläche des Kastenwagens der Firma konnte ich mich provisorisch einrichten und hatte keine Schwierigkeiten damit, im Auto zu übernachten. Wenn anfangs nur nicht diese nächtliche Kälte gewesen wäre. Obwohl mich am Tage utopische Hitze plagte, traten nachts in bestimmten Regionen Minusgrade auf. An den Scheiben bildeten sich Eiskristalle und wenn dann auch noch die Blase drückte, musste ich mich mächtig überwinden, um bei dieser Kälte aus dem Schlafsack zu kriechen. Ausgerüstet war ich damals lediglich mit einer Luftmatratze, einem Sommerschlafsack und zwei Decken.
In der dritten Nacht quälte mich die Kälte so sehr, dass ich vor lauter Lustlosigkeit wieder nach Hause fahren wollte. Mehrere Kleidungsstücke, die Decken und ein aus dem Fluss geholter, aufgeheizter Stein, der mir noch unnützerweise ein Loch in den Schlafsack brannte, weil er zu heiß war, halfen nicht, mich einigermaßen warm zu halten. Mann, war das kalt.
Doch dann entschloss ich mich, ein paar "NOKs" zu opfern um mir einen geeigneten Schlafsack zu kaufen. Was soll ich sagen? Als sich wieder die bekannten Kristalle an den Scheiben kräuselten, fing ich an im Schlafsack zu schwitzen. Mensch, war das warm. Ich zog alles aus und lag fast nackt im Sack. Das war vielleicht gemütlich. Alsdann konnte ich mich endlich wieder auf die Natur konzentrieren.

Natur hat Norwegen viel. Es gab Tage, an denen ich nur 70 km voran kam. Die Landschaft war überwältigend. Gebirgsstraßen, die in Kurven den Blick in die Ebene ermöglichten, "verzögerten" die Fahrt. Jede Kurve zeigte einen neuen Eindruck, der unbedingt abgelichtet werden musste. Die Pausen habe ich damit überbrückt, die Karte zu studieren.
Kein bestimmtes Ziel vor Augen, suchte ich mir Orte, wie Staudämme, Wasserfälle, Täler, und auch Touristentreffpunkte aus, die ich versuchte zu erreichen. Besonders Wasserfälle hatten es mir angetan. Und davon gibt es reichlich in Norwegen. So, wie in Österreich die Wälder rauschen, machen es in Norwegen die Wasserfälle. Wer mutig ist, zieht sich nackt aus und kühlt sich darunter ab. Im Jahre '95 herrschten im August Tagestemperaturen von ca. 30 Grad. Da war ich schnell bereit, mich im seichten aber eiskalten Wasser eines Flusses oder unter einem Babywasserfall abzukühlen.
Mein Tagesziel bestand darin, wenigstens einmal am Tag einen hübschen Berg zu finden, den es galt zu erklimmen. Das ist in Norwegen nicht schwer, denn wenn man sich in Fjordnorwegen tummelt, wachsen die Berge am Straßenrand wie Pilze aus dem Boden. Man sieht, staunt, hält an und steigt auf den Berg. Das Auto kann man getrost stehen lassen, darum kümmert sich bestimmt niemand. Keine Zäune und keine weiten Anlaufstrecken. Man steigt aus und krabbelt auf den Berg. Von oben ist dann das eigene Auto klitzeklein geworden. Menschen sind weit und breit nicht auszumachen. Dieses Gefühl ist einzigartig und völlig ungewohnt.

30.07.95
Abfahrt um 11.15 Uhr von Berlin-Tempelhof
Ankunft um 16.30 Uhr in Sassnitz.
Abfahrt Fähre um 18.00 Uhr
Nach Ankunft in Trelleborg bis 24.15 Uhr gefahren und auf einem Tankstellenparkplatz übernachtet.
31.07.95
Nur ein Ziel: So schnell wie möglich nach Norwegen zu kommen.
Kurz vor Oslo ein Bad genommen.
01.08.95
Nochmals ein Bad genommen.
In Oslo Akershus besichtigt, anschließend den Holmenkollen.
Weiter nach Hamar und das "Wikingerschiff" angeschaut.
Weiter gefahren nach Lillehammer zur Sprungschanze. Wagen im Dorf abgestellt um auf den Berg zu steigen. Dabei verlaufen.
Wegen der Hitze nochmals gebadet.
02.08.95
Bei Otta den ersten Wasserfall gesehen. Sofort hin, hinauf und nach dem Fußmarsch geduscht - herrlich.
Weiter Richtung Grotli. Nach Grotli links ab und umwerfende Landschaft gesehen.
Die Nacht war saukalt.
03.08.95
Mit dem Wagen auf den Dalsnibba am Geiranger-Fjord.
Danach von der Anlegestelle in Geiranger mit dem Wasserflugzeug einen Rundflug gemacht.
Fähre nach Hellesylt genommen.
Camping bei Stardalen. Auf nahegelegenen Berg gekraxelt.
04.08.95
Nochmals auf den Berg und unter einem kleinen Wasserfall abgekühlt. Abstieg wegen des Gerölls sehr gefährlich.
05.08.95
Bis Balestrand gefahren und Fähre nach Hella genommen. Bis Kaupanger gefahren und Fähre nach Revsnes.
Camping bei Aurland.
06.08.95
Nach Flam gefahren und mit der berühmten Bahn auf den steilen Berg gefahren. Eindruck: Naja ... hatte mir mehr versprochen!
Weiter nach Voss und bei Tvinde gezeltet.
Wieder saukalte Nacht.
07.08.95
In Voss neuen Schlafsack und gute Treckingschuhe gekauft.
3 Std.-Wanderung zum oberen Tvindefoss am Campingplatz gemacht. Falschen Weg genommen.
Erste warme Nacht im neuen Schlafsack - schön.
08.08.95
In Voss mit der Seilbahn auf den Berg und zu Fuß wieder runter.
Ohne Eile nach Bergen gefahren. Tunnel nach Tunnel.
Camping auf extra eingerichteten Parkplatz in der Stadt.
09.08.95
Kurze Besichtigung des Hafens in Bergen.
Dann weiter nach Druravik und mit Fähre nach Brimnes.
Auf dem Weg nach Eidfjord den Steinsdalfossen bestaunt.
10.08.95
Gegenüber dem Campingplatz den Berg erklommen - sehr schwierig, aber schöne Aussicht.
Nachmittags zum Vöringfossen - grandios.
11.08.95
Heute nur bis Tyssedal gekommen.
Die .?.tausend Stufen just for fun neben der Kettenbahn in Skjeggedal in 1 Std. hinaufgelaufen, dafür aber wieder runter gefahren. Dummerweise nicht darauf gefasst gewesen, dass sich hier der Ausgangspunkt für ausgiebige Wanderungen auf dem Plateau befindet.
12.08.95
Auf dem Weg zum Prekestolen, die Fähre nach Sand genommen. Gerast wie blöd um die Fähre nach Hjelmeland zu kriegen. Bis kurz vor's Ziel gefahren und gezeltet.
13.08.95
Statt 2 Std. nur 1,25 Std. bis zum Prekestolen gebraucht. Nach unten ging's noch schneller.
Langsam auf den Heimweg gemacht in Richtung Kristiansand.
Das erste Mal ganz alleine in der Wildnis übernachtet.
14.08.95
Oh Graus. In der Nacht heftige Schmerzen in den Knieen. Konnte mich kaum bewegen. Wanderung zum Prekestolen hat die Gelenke überfordert. Morgens deshalb bis zum seichten Flussbett geschleppt und die Beine gekühlt.
Weiter nach Lindesnes und den Leuchtturm angeschaut.
Um 14.00 Uhr an der Anlegestelle angekommen.
In Kristiansand spazieren gegangen. 18.00 Uhr Abfahrt nach Hirtshals.
Ankunft 23.15 Uhr.
15.08.95
Übernachtet auf Parkplatz in Dänemark.
Dann gefahren bis Ankunft in Berlin um 15.30 Uhr.


nach oben

Im September '01 befuhr ich mit meinem Nissan Sunny GTI Norwegen. Das Land war nicht mehr so von Touris überlaufen, wie in der Hauptsaison. An vielen von mir ausgesuchten Haltepunkten war ich der einzige Besucher. Wer noch nie Einsamkeit kennengelernt hat, kann dies zu dieser Jahreszeit ausprobieren. Unterstützend hilft das wechselhafte Wetter. Sonnenschein und leichter Nieselregen wechselten sich mehrmals am Tage ab. Dauerhaft geregnet hat es aber nie.
Beklemmungen, die ich bisher nicht kannte, krochen in mir hoch, als ich in ein ca. 30 km langes Tal einfuhr und auf der ganzen Strecke nicht auf einen einzigen Menschen oder eine Hütte traf. Am Ende des Tals angekommen, die Straße wurde immer schlechter, herrschte leichter Nebel. Es fing an zu nieseln und die Dämmerung brach langsam herein. In einer Felswand war ein großes Loch, was aussah wie eine Höhle. Ich näherte mich dem Loch und stolperte fast über das blanke Gerippe eines Schafes, das noch teilweise von seinem Fell bedeckt war - wie unheimlich.
Es war kein Laut zu hören und ich war allein. Kein Mensch wusste, wo ich war. Hoffentlich lässt mich mein Wagen nicht im Stich. Es war kalt, aber die Heizung des Autos ließ die beklemmende Lage etwas erträglicher erscheinen.
Ich konnte nicht klären, ob ich diese Situation fürchtete oder mochte. Es war ungewohnt und es waren noch 30 km zurück bis auf die nächste Bundesstraße. Dort angekommen, fühlte ich mich wohler, aber nicht unbedingt erleichtert. Es war eine Erfahrung, die ich gerne noch einmal ertragen wollte.

Erstmal unterwegs, ist es in Norwegen erlaubt, an jeder beliebigen Stelle mit dem Wagen zu halten um dort zu übernachten. Dies wird von dem sogenannten "Jedermannsrecht" abgeleitet. Die Norweger haben eine besondere Bindung zu der Natur. Damit sich auch Fremde daran erfreuen können, gibt es so gut wie keine Einschränkungen das Land zu erkunden. Mit dem Auto darf man sogar bis an ein Wasser fahren. Natürlich sollte dadurch aber niemand belästigt werden. Verbotsschilder sind sehr selten anzutreffen und wenn doch, so respektiert man die.

Da ich stets alleine unterwegs war, suchte ich zum Übernachten fast regelmässig Parkplätze oder Campinplätze auf. Die Übernachtungen auf den Campingplätzen sind nicht unbedingt als billig zu bezeichnen. Für eine Nacht in Norwegen kann ich zwei Nächte in Deutschland bezahlen. Deshalb kann man einen Ausgleich schaffen, indem man z.B. an einem schönen Platz im Gelände übernachtet oder sich hin und wieder auf einem Parkplatz einfindet. Zum Tagesende versammeln sich hier die Wagen der Touris und man kann beruhigter schlafen. Zugegeben, auch das Übenachten im Wald hatte mir Schwierigkeiten bereitet. Man sieht nachts die Hand vor Augen nicht und es gibt Elche, sogar Bären, die mich in meinem Zelt hätten besuchen können, bildete ich mir ein. Trotzdem stellte ich eines Abends mutig mein Zelt auf. Geschlafen hatte ich aber doch im Auto. Das Zelt stand am nächsten Morgen immer noch, weder vom Elch attackiert noch vom Bären zerfetzt, dort, wo ich es aufgebaut hatte. Der einzige Spielverderber, so glaube ich, war die eigene Phantasie. Man ist halt Großstadtmensch.

Trotz des mittelprächtigen Wetters hat mir die Reise wieder gefallen. Nur in einer Nacht gab es Frost. Die felsige und manchmal sehr karge Landschaft übt einen besonderen Reiz auf den Reisenden aus. Berge in Fjordnorwegen sind meist nicht so stark bewaldet, wie im Innenland oder den Alpenländern. Man hat den Eindruck, die Berge bestünden nur aus Bruchstücken von Felsen.

31.08.01
Abfahrt um 13.45 Uhr von Berlin-Tempelhof.
Ankunft um 19.15 Uhr auf Campingplatz Stagnies auf Usedom.
01.09.01
Besuch in Peenemünde.
02.09.01
Abfahrt vom Campingplatz um 9.40 Uhr.
Ankunft um 19.00 Uhr auf Zeltplatz bei Laboe.
U-Boot angeschaut.
03.09.01
Abfahrt 12.10 Uhr vom Zeltplatz "Bonanza".
Um 18.00 Uhr in Hirtshals angekommen.
In Kristiansand angekommen um 23.00 Uhr.
Noch etwa 1 Std. gefahren und durch Zufall Zeltplatz gefunden.
04.09.01
Um 10.45 vom Zeltplatz losgefahren in Richtung Mandal. Dort nach Norden abgebogen.
Über Tonstad zum Giljafossen gefahren. Kleine Tour gemacht und dort auch auf dem Parkplatz übernachtet.
05.09.01
Gestartet zum Preikestolen. Mit der Fähre nach Oanes übergesetzt. Bei diesigem Wetter auf der Südseite des Lysefjords versucht den Preikestolen zu finden. Ohne Erfolg.
Zum Aufstieg alles an Fotosachen mitgeschleppt, was ging. Oben angekommen, war der Akku für die Kamera leer. Mit Rubbeln am Akku waren gerade noch ein paar Minuten Filmen drin.
Diesmal ausgiebiger umgeschaut als im Jahre '95.
Beim Abstieg wieder Schmerzen in den Knieen. Zeitweise deshalb rückwärts gegangen.
Auf teurem Zeltplatz Nähe des Preikestolen übernachtet.
06.09.01
Zwei Täler aus der Karte rausgesucht, Ulladalen und ein Tal darüber. Hier bis zum ersten Staudamm gefahren - Wahnsinnsteil.
Über Jörpeland und Hjelmeland bis Lindum gefahren und dort auf dem Zeltplatz übernachtet.
07.09.01
Nächstes Ziel: Odda. Auf dem Weg dorthin den Latefossen und Tjodnadalsfossen angeschaut.
In Odda auf seltsamen Zeltplatz übernachtet. Sah mehr nach Erholungs- und Freizeitpark aus. Spaziergänger, aber kaum Camper. Eigentlich nur zwei.
08.09.01
Heute 2 Std.-Tour zum Buarbreen-Gletscher.
Nochmals in Odda übernachtet. War schön. Kein Mensch zur Aufsicht da, alles kostenlos und warmes Wasser.
09.09.01
Heute kleinen Fußmarsch um den Stausee bei Tyssedal gemacht. Nach 1,5 Std. abgebrochen, da Weitermarsch wegen wackeliger Felsen zu gefährlich.
Nachmittags noch zum Vöringfossen gefahren. Nach Besichtigung wieder zurück Richtung Odda, aber bei Kinsarvik auf Zeltplatz übernachtet.
10.09.01
Neugierig nochmal den Zeltplatz in Odda angefahren. Alles leer und Wasser kalt.
Gegend bei Svandalsflona angeschaut und bei Flothyl Nähe Edland auf Zeltplatz übernachtet.
11.09.01
Nördlich von Edland zu den Songadammen gefahren und 3,5 Std. gewandert.
Fotos bei Sonnenuntergang gemacht.
Zweite Übernachtung bei Flothyl.
12.09.01
Richtung Evje, kurz nach Edland, wunderbare Landschaften gesehen und fotografiert.
Bei Kallefos wild übernachtet.
13.09.01
Richtung Evje auf Rafting-Touris gestossen - sehr lustig.
Kleine Wanderung auf einen bewaldeten Berg gemacht, bis das Dickicht zu dicht wurde. Beim Abstieg auf abgestellten VW-Käfer gestoßen und Teile abgeschraubt.
Bei Evje auf sehr lebhaften Zeltplatz übernachtet.
14.09.01
Abfahrt von Evje.
Bis zur Überfahrt, bei Höllen, westlich von Kristiansand, die Zeit vertrieben.
Abfahrt mit "Christian IV".
15.09.01
Alles Weitere nicht mehr notiert.

nach oben

Hui, war das wieder aufregend. Leere Ausflugspunkte, leere Campingplätze, abgerissene Stoßstange, platter Reifen, kaputte Treckingschuhe und zu wenig Geld dabei. Es war alles dabei, was den Urlaub stressig machen kann.
Die Anfahrt von Berlin nach Hirtshals verlief in einem Rutsch ohne Probleme. Nach kurzer Wartezeit kam auch gleich die Fähre. Es war schon etwas frisch um 19 Uhr und vor der Überfahrt schlüpfte ich noch schnell in meine bewährten, aber 12 Jahre alten Treckingschuhe, die zwischen den Reisen nur im Keller verweilten. Auf der Überfahrt, über die Decks schlendernd, plötzlich ein komisches Gefühl an den Füßen. Nanu, warum hing denn die Sohle so merkwürdig am Schuh rum? Und diese Brösel - wo kamen die denn her? Die Schuhe lösten sich in Wohlgefallen auf und ich konnte alsdann nur noch sitzend die Überfahrt verbringen.
Um 22 Uhr war Ankunft in Kristiansand. Ich suchte den nächstbesten Zeltplatz zur Übernachtung auf, und ab dem nächsten Tag begann dann das Abenteuer.

Aus geplanten 3 wurden nur 2 Wochen Urlaub. Schuld dran war mein zu knappes Geld und die horrenden Preise in Norwegen. In Hovden kaufte ich im Sportgeschäft für 134 EUR neue Schuhe. Die waren sogar noch billig. Später, beim Wandern aber, waren sie echt Spitze. Nur auf feuchten Steinen schwächelten sie. In Eidfjord musste eine Regenjacke her - 60 EUR für pures Gummigewebe ohne Futter. Na ja, man gönnt sich ja sonst nichts - von Helly Hansen.

Der Knaller kam aber am Abend des nächsten Tages. Ein schöner Parkplatz mit einem idyllischen Nebenweg verleitete mich, um in einer kleinen Senke für die Nacht mein Zelt aufzubauen. Eine kleine Lichtung, etwas abfallend, mit schönem saftigen Rasen. Nur noch schnell das Auto woanders hinstellen und dann der Aufbau. Ohgottogott! Der Wagen bewegte sich nicht, die Räder drehten durch. Es fing schon wieder an zu nieseln und es dunkelte. Was nun? Ich versuchte ganze 4 Std. lang aus diesem Loch herauszukommen. Inzwischen saß der Wagen samt seiner Achsen und Lenkgestänge auf dem Boden, die Stoßstange war schon abgerissen, weil ich eine Holzbohle unter die Räder legte, diese aber im Rückwärtsgang das Teil nach vorne gegen die Stoßstange schmetterte und sich auch noch unter dem Wagen verkeilte. Die Karosse sah aus, als hätten sich Schlammcatcher darauf amüsiert. Mit den bloßen Händen schöpfte ich den Matsch weg, um diese Holzbohle zu entfernen. Auweia, ich war verloren.
Nun aber versuchte ich gegen meine Natur doch fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Oben, auf der Landstraße, 30 m entfernt, wo alle 5 min. ein Wagen vorbei kam, hatte ich beim 2. PKW Glück. Der hilfsbereite Norweger zog mich in 3 min. aus dem Sumpf. Warum eigentlich nicht gleich so?
Der nächste Parkplatz war dann meiner. Ich stellte mein Zelt zur Übernachtung auf und am nächsten Morgen sah ich mir die Stoßstange an. Naja, nicht schön, aber reparabel - dank gutem Klebeband.
In Aurland war plötzlich ein Reifen platt. Oh nee, nicht auch noch einen neuen Reifen kaufen müssen. Aber Glück gehabt. Eine Werkstatt in Gudvangen reparierte kostengünstig für 100 NOK.
Was ich inzwischen nicht mehr als prickelnd empfinde, sind Nachzügler, die abends auf den Zeltplätzen eintrudeln. Mein Gott, was nehmen die für 1 Nacht alles mit ins Zelt. Wagentür auf - Tür zu, 30 x hintereinander. Das rumst schön und Schlafen kann man erstmal vergessen. Ich hatte das unbeschreibliche Glück, dass in 2 Nächten hintereinander jeweils ein Pole mit Anhang direkt neben meinem Zelt seines aufbaute. Der eine war weg, da kam der nächste. Der ganze Platz war fast leer und der baute sein Zelt direkt neben mir auf. Der Wagen stand keinen Meter von meinem Zelt entfernt. Und dann ging's los: Tür auf - Tür zu, Tür auf - Tür zu ... unglaublich.
Was denken die sich dabei? Einmal Tür auf, alles rausnehmen für die Nacht und Tür wieder zu. Ganz einfach, und keiner wird belästigt.
Das wilde Übernachten verkneife ich mir auch in Zukunft. Im Wagen liegend, vernahm ich doch bei stockfinsterer Nacht verdächtige Geräusche aus dem Motorraum. Voller Panik rutschte ich vom rechten Sitz auf die Fahrerseite und fuhr und fuhr und fuhr ... bis am linken Fahrbahnrand im Scheinwerferlicht der Elch auftauchte. Eigentlich wollte ich ja weiterschlafen, was in der Nähe des Elches aber auch nicht ging. Also fuhr ich und fuhr ich und ...
Weitergeschlafen hatte ich dann wieder in Evje auf dem Zeltplatz. Nee, solche gruseligen Nächte sind nix für mich.
Das war dann sowieso die letzte Nacht gewesen, denn am nächsten Tag musste ich auf die Fähre.

18.08.07
Abfahrt um 9.30 Uhr von Berlin-Tempelhof.
Ankunft um 19.00 Uhr in Hirtshals.
Abfahrt Fähre um 19.30 Uhr
Nach Ankunft um 22 Uhr in Kristiansand auf Zeltplatz bei Bornum um 24 Uhr Zelt aufgestellt.
19.08.07
Es regnet wie doof.
Nach längerer Fahrt (Ziel: Odda) neben Parkplatz im nassen Gelände stecken geblieben. Nach 4 Std. vergeblicher Mühe alleine freizukommen, dann doch fremde Hilfe in Anspruch genommen. Nach 3 min. war der Spuk vorbei.
Danach auf einem der vielen Parkplätze mit anderen Touris übernachtet.
20.08.07
Im Regen weitergefahren.
Neue Treckingschuhe in Hovden gekauft.
Im Regen weiter nach Odda.
Erster Abstecher nach Tyssedal, meinem Lieblingsziel.
Danach dann Zelt in Odda aufgebaut. Da war eigentlich noch richtig was los.
21.08.07
Heute schöne Wanderung auf der anderen Seite des Stausees in Tyssedal gemacht. 3,5 Std. hoch, 2,5 Std. runter. Dann wegen zu niedrigem Blutdruck Schwächeanfall gehabt und 1 Std. zur Erholung gebraucht. Verschriebene Tabletten abgesetzt.
22.08.07
Heute mal eine kleine Wanderung in der Nähe des Zeltplatzes gemacht. 2 Std. bis zu einem Bergsee. Dort kurz gebadet. Zurück in 1,5 Std. Keine Beschwerden.
23.08.07
Heute Mördertour von 7,5 Std., riesige Berge und Wasserfälle.
24.08.07
In einem Ort nahe Odda, sollte laut Landkarte Wanderweg sein. Nicht gefunden, aber trotzdem 5 Std. durch Wald und Wiesen marschiert. Höchster Punkt war Wiese mit Pferden, die mich neugierig beschnüffelten. Leider war dort Endstation. Weiterführenden Weg nicht gefunden, obwohl sehr vielversprechende Landschaft.
25.08.07
Vom Zeltplatz in Odda die linke Strecke vom Sorfjord gen Norden gefahren, Richtung Jondal. Mit Fähre übergesetzt. Abends auf öden Parkplatz im Auto übernachtet.
Es regnet.
26.08.07
Es regnet.
In Gudvangen an der Anlegestelle für die Fähren etwas verweilt. Riesige Berge ganz nah.
Weiter nach Aurland. Am Ortseingang auf Zeltplatz "Lunde" Zelt aufgestellt. Kaum Camper da.
27.08.07
Morgentliche Überraschung - 1 Reifen platt.
In Aurland Werkstatt gefunden, die mir den repariert. Für 100 NOKs recht preiswert.
Kleiner Abstecher nach Flam und Pudelmütze gekauft.
Lange nicht mehr marschiert, deshalb auf der Straße nach Erdal bei eisigem Schneeregen 2 Std. lang durchs Gelände gestolpert.
28.09.07
Auf der Fahrt nach Geilo Tour von 3 Std. über Hivjafossen gemacht. Dann Richtung Eidfjord durch wunderschöne Landschaft gefahren. Kurz hinter dem Vöringfossen auf Parkplatz übernachtet. Auf Sysendamm anhängliche Ziegen gefüttert.
29.08.07
Miese Nacht gehabt. Ca. 2 Std. in Eidfjord wegen gerade anlegenden Dampfer verbracht. Regenjacke für 400 NOK gekauft. Dann wieder nach Odda zurück.
30.08.07
Heute besseren Rucksack in Odda gekauft. Um 13 Uhr Tour zum Folgefonn gestartet. Mördertour - 5 Std. rauf. Kurze Hose angehabt, aber obenrum schön dick angezogen. Auf Gipfel dann Schneefall.
3 Std. runter. Füße tun weh.
31.08.07
5 Std. um den Stausee bei Tyssedal bis zum Ende des Weges gelaufen. "Abschied von Norwegen" genommen, weil ich dachte, ich käme nie wieder. Bitterlich geheult.
Geld geht aus. Muss früher nach Hause.
01.09.07
Heute von Odda abgefahren. Kleine, aber einfache Tour von 3,5 Std. nach Landkarte gemacht. Auch noch verlaufen und leicht in Panik verfallen, weil's schon dunkel wurde. Dann aber doch den Weg gefunden. Nach 310 km wild übernachten wollen. Nachts aufgewacht wegen Geräusche aus dem Motorraum. Aus Angst weitergefahren und nach kurzer Strecke Elch neben der Straße gesehen.
Letztendlich bei Evje den Zeltplatz aufgesucht und im Auto weitergeschlafen.
02.09.07
Platz auf Fähre umgebucht und bis Abfahrt wieder in Kristiansand spazieren gegangen. 17.00 Uhr Abfahrt mit Schnellfähre nach Hirtshals.
Noch bis abends gefahren und auf dänischem Rastplatz im Wagen übernachtet.

nach oben

4 Wochen Norwegen. Das war's. Worauf ich schon lange gewartet hatte, konnte ich jetzt in die Tat umsetzen. Dieses Mal wollte ich ausprobieren was Trekking so an sich hat. Über Monate bereitete ich alles vor, kaufte Rucksack, leichtes Zelt und Luftmatratze, andere notwendige Sachen. So hatte ich quasi das Gröbste doppelt im Auto - die Ausstattung für den Campingplatz und die für's Trekking. Den einzigen Versuch startet ich auf dem Hardangervidda, vom See Tinnhölen aus, Nähe Dyranut. Es wurde nur ein kurzer Trip. Der Rucksack machte Ärger (wahrscheinlich zu schwer), es regnete nachts und es war ungemütlich kalt und windig. Dazu kam, dass ich auf die Abende nicht vorbereitet war. Nach dem Zeltaufbau kam Langeweile auf. Evtl. hätte ein Buch dagegen geholfen. Vielleicht war's aber auch der Rucksack, der den Marsch zu keinem Vergnügen machen konnte. Ständig rutschte das Teil von den Hüften.
Mit anderen Worten - Meine geliebten Bergtouren waren danach mein Ein und Alles. Irgendwie brachten die mir auch mehr als so ein stupides Wandern mit 25 kg auf dem Rücken/den Hüften.
Ein ganz neues Verhalten bei mir war die Inspektion der sanitären Anlagen bevor ich mich auf einem Campingplatz niederließ. So kam es, dass
"Odda-Camping" plötzlich ganz unten auf meiner Liste geführt wurde. Der nächste war dann der Platz in Eidfjord, nahe der Anlegestelle für die Dampfer. Diese beiden Anlagen sind aus meiner Sicht heutzutage nicht mehr akzeptabel. Denn Plätze, die danach folgten, wie "Kjörnes-Camping" bei Sogndal, "Jostedal-Camping" bei Gjerde und "Elvely-Camping" bei Hemsedal waren wirklich topp. Sowas hatte ich bis dato noch nicht gesehen: Riesige abschließbare "Körperkultur-Appartements" - Wahnsinn. Oder bei "Evely-Camping" der große saubere Raum mit gutem Licht, großen Spiegeln ... Dagegen waren die beiden anderen Anlagen die reinsten Dreckslöcher. Den Vogel schoss aber der Platz nördlich von Voss ab - "Taulen-Camping". Eine echt grausige Sanitäreinrichtung erwartet dort den Gast. Die reinste Ansammlung von Sperrmüllgegenständen wurde hier verarbeitet und Sauberkeit scheint dort ein Fremdwort zu sein.

Auf den vergangenen Fahrten schlief ich ab und zu im Auto auf dem Beifahrersitz. Nö, so richtig bequem war das nicht. Deshalb baute ich dieses Mal vor dem Urlaub den Sitz aus und ein 2,00 x 0,5 m großes Brett, mit Kunstrasen überzogen, ein. Es stellte sich heraus, dass dieses Brett nicht nur Liege, sondern auch Esstisch sein konnte. Zusammen mit der Luftmatratze und dem Schlafsack war das genauso bequem wie im Zelt. Also wozu das Zelt noch aufbauen? Nach 1 Woche zelten schlief ich nur noch im Auto. Da war mir völlig egal, ob das draußen saukalt war, stürmte oder regnete. Es war einfach super. Auch das wilde Übernachten machte wieder Spaß. Die Nähe zu Wäldern wollte ich aber nicht wieder suchen, da ich nicht sicher war, ob sich nicht wieder irgendwelche Frettchen oder Marder für meine Gummischläuche im Motorraum interessierten.
Tagsüber wurde die Matratze nach hinten geklappt und so war der vordere Bereich frei zum Aufbau für den Kocher und das übliche Zeugs um zu frühstücken oder mal zwischendurch ein Süppchen zu schlürfen. Da der Fußraum und der Platz des Sitzes auf der rechten Seite frei war, hatte ich auch Platz für die Lebensmittel. In der Praxis sah das dann so aus, dass ich unterwegs anhielt, und zur rechten Seite alles Nötige schnell zur Hand hatte. Ich musste weder aussteigen noch sonstwie Verrenkungen machen. Alles war aus dem Fahrersitz heraus zu bewerkstelligen. Echt super, was ich mir da ausgedacht hatte.

01.08.10
Abfahrt um 12.00 Uhr von Berlin-Tempelhof
Ankunft um 21.00 Uhr in Hirtshals.
Abfahrt mit "Superspeed 1" um 23.15 Uhr
Nach Ankunft in Kristiansand um 2.30 Uhr, auf nächsten auswärtigen Parklatz übernachtet. Das 1. Mal auf dem Liegebrett.
02.08.10
Sonne satt. Direkter Weg nach "Odda-Camping". Wenn man 'was schon kennt, ist alles vetraut.
Hoppla. Irgendwie ging das Handy aus und die PIN hatte ich nicht im Kopf, sondern zu Hause gelassen. Typisch. Habe dann Handy ausgeliehen und meine "Wohnungsaufsicht" angerufen, die mir dann die PIN übermittelt hat.
03.08.10
Um 12.00 Uhr die 1. Wanderung zum Jordalsnuten, bei Odda. Oben Superaussicht auf Odda und Buarbreen. 5 Std. rauf, 3 Std. runter. Das linke Knie schmerzt. Für die erste Tour war's wohl etwas überlastet.
04.08.10
Knie wieder ok. Heute nach Tyssedal, bzw. Skieggedal. Weil Seilbahn wieder nicht funktioniert, die Treppe in 75 min. hochgelaufen. Statt zur Trolltunga, nur einen See versucht zu finden, da zu spät gestartet. Falschen Weg genommen, aber trotzdem Spaß gehabt. Treppe wieder runter, in 45 min. Keine tollen Leistungen, aber für den 2. Tag ...
Leichter Sonnenbrand im Gesicht.
05.08.10
Heute Ruhetag ... bis zum Nachmittag (hehe). Kleine Tour durch den nahen Wald bei Odda. Wieder verlaufen, aber weil nahe der Ortschaft, durch ferne Stimmen orientiert und schließlich den Weg raus aus dem Wald gefunden.
06.08.10
Die Tour zur Folgefonna von vor 3 Jahren wiederholt - 8,5 Std. gelaufen. Gipfel wegen Zeitmangel nicht erreicht. Ich trödele gerne rum. Drängelt ja keiner.
07.08.10
Heute weiter nach Kinsarvik. Dort kleine 2 Std.-Tour zum Wasserfall Sötefossen. Dann nach Eidfjord und auf dem Zeltplatz nahe der Anlegestelle für die Dampfer eingefallen. Weil Samstag, war's bis tief in die Nacht irgendwie sehr laut. Spielte wohl ein Orchestrion und keiner zog den Stecker.
08.08.10
Die Nacht war Scheiße, weil zu laut. Besoffene schlenderten laut grölend über den Platz. Nach dem Frühstück Richtung Vöringvossen gefahren und Besuch beim Hardanger-Naturzentrum gemacht. Dann weiter Zum Wasserfall.
Nach ca. 2 Std. nach Tinnhölen und den Ausgangspunkt für meine Trekkingtour angeschaut. Morgen soll's losgehen.
09.08.10
In Eidfjord den Rucksack 2 Std. lang gepackt - sauschwer das Teil.
Nach Trondsbu gefahren und um 15 Uhr losmarschiert. Nach 3 Std. das Zelt aufgebaut, weil's nach Regen aussah. 1 Std. später regnet's und ich lieg im Zelt mit Langeweile.
10.08.10
Gut, ich geh wieder zurück zum Auto. Trekking ist nichts für mich. Nach Ankunft am Auto alles wieder ausgepackt und gleich etwas geschlafen, da die Nacht wegen des Regens und Windes sehr unruhig war. Noch ein Weilchen vor Ort geblieben und auf dem Weg zurück zur Hauptstraße eine Bucht neben der Straße zum Übernachten genommen. Vorher noch einen Hügel mit großartiger Aussicht "erklommen". Es regnet wieder.
11.08.10
Es regnet vormittags. Weiter nach Geilo und DVDs von den Filmaufnahmen brennen lassen, weil Speicher der Cam voll ist. Lecker Salat aus dem Supermarkt gegessen. Sonne scheint. Weiter nach Hemsedal, "Elvely-Camping". 1A Sanitäranlagen. Es regnet schon wieder.
12.08.10
Sonne scheint endlich wieder. Deshalb Tour zum nahen Hydnefossen. Dann auch gleich die beiden Hügel nebenan mitgenommen - Storehodn und Veslehodn. Insgesamt 7,5 Std. gelaufen.
13.08.10
Auweia, ... Regen ... Regen ... Regen. Ganzen Tag nur rumgedöst. Abends dann einen Spaziergang gemacht und wieder verlaufen. Scheint bei mir so üblich zu sein.
14.08.10
So, heute zum Ranastongji. Am Mauthäuschen 2 x bezahlt, weil zu weit vorgefahren. Nach dem Erhalt der Quittung ging Schranke hoch und gleich wieder runter. Schweinerei.
7,25 Std. gelaufen, davon mindestens 1,5 Std. über ein nicht enden wollendes Geröllfeld. Dafür aber die ganze Zeit Sonne satt.
15.08.10
Heute Tour auf den Skogshodn. Auch in der Nähe von Hemsedal. 6,25 Std. und Sonne satt. Aliens gesehen und versucht zu verfolgen. Waren aber auf dem Gipfel verschwunden. Keine Ahnung wo die geblieben waren. Vermutlich vom Raumschiff abgeholt oder entmaterialisiert. Jedenfalls hatten die keinen Schweiß am Hemd. Eindeutig nicht von diesem Planeten.
16.08.10
Abfahrt vom Campingplatz Elvely (sehr empfehlenswert). Weil ich im Wagen geschlafen habe, hat's nur 110 NOK/Übernachtung gekostet. Weiter Richtung Laerdal. Fähre nach Kaupanger genommen und dann nach Sogndal gefahren.
17.08.10
Für 1 Nacht bezahlt - ohne Zelt - "Spezialpreis" - 150 NOK. Junge Junge, was soll denn da "spezial" sein? Das war der teuerste Platz von allen. Aber schön groß und gepflegt war er.
Auf dem Weg nach Lom nach links die 604 bis zum Ende gefahren. Den Nigardsbreen besucht. Mächtiges Teil, auf dem die Touris unter Führung rumstolpern dürfen. Zum Übernachten Jostedal-Camping aufgesucht. Auch ein super sauberer Platz mit sehr guten Hygieneeinrichtungen.
18.08.10
Heute hat mich die Chefin vom Platz persönlich instruiert, damit ich zum Myrhorn bei Espe komme. Superbergchen, 5,75 Std. unterwegs gewesen. Hat mir gut gefallen.
19.08.10
Da sich hier Gletscher an Gletscher reiht, hab ich auch noch den Bergsetbreen besucht. Auf den uralten Bildern sieht der tatsächlich bedrohlich aus ... aber heute hat er sich schon weit zurückgezogen und ist alles andere als gefährlich. Tourlänge 2,5 Std..
Weiter Richtung Lom. Auf ca. halbem Wege bei Turtagrö rechts die Straße hoch (geht nach Ardal). Auto auf dem ersten großen Parkplatz abgestellt und noch eine kleine Abendtour von 2,5 Std. auf eine der nahen Erhebungen gemacht. Dann auch auf dem P übernachtet.
20.08.10
Auf der 55 weiter nach Sogne-Fjellhytta. Dort zum Smörstabbreen marschiert - 5 Std..
Weiter nach Zeltplatz in Böverdal.
21.08.10
Nur 1 Nacht bezahlt, weil die Gegend uninteressant erschien.
Weiter nach Lom. Eingekauft. Schöne Gegend mit schönen Bergen in der Umgebung. Im Touristkontor eine super Wanderkarte geholt, die keine Fragen offen ließ. Allerdings dann doch nicht dort geblieben. Auf weiterer Fahrt ein kleines Wandergebiet gesehen. Leider war ich nicht in Form und das Gebiet sah etwas langweilig aus. Nur Birken und Spuren vom Elch. Weiter zum Dalsnibba. Dort raufgefahren - saukalt - und anschließend runter nach Geiranger. Die Strecke hatte ich schonmal gemacht. War also nichts Neues. Neu war nur, dass ich auf dem P der Anlegestelle der Fähre im Auto übernachtete.
22.08.10
Die Nacht war übel, weil den Abend davor lecker Salatchen gegessen. Das war ein Fehler. Nach dem Frühstück den nahen Campingplatz aufgesucht um mich frisch zu machen usw..
Weil's gerade passte, die Fähre nach Hellesylt genommen. Dann weiter ans Meer, nach Maloy. Hübsches kleines Örtchen mit Ausblick auf's offene Meer. Deshalb zum Krakenes-Fyr gefahren und ein wenig auf den Steinen am Meer rumgestolpert. Scheinbar sind hier noch Reste von deutschen Bunkeranlagen vorhanden. Die Nacht wieder im Auto verbracht.
23.08.10
Heute das automatisch betriebene Leuchtfeuer bei Hendanes besucht. Eigentlich gesperrt, weil der ganze Weg und das Gebäude stark marode sind.
Anschließend die Strecke teilweise wieder zurückgefahren und die Fähre nach Isane genommen. Im Verlauf der weiteren Fahrt plötzlich auf der linken Straßenseite eine hölzerne Treppe gesehen. Angehalten, umgezogen und los ging die wilde Tour zum Keipen (wo auch immer der sein sollte).
Dummerweise war's schon 17.30 Uhr. Eigentlich zu spät für eine Tour. Bis 20 Uhr gegangen und das tollste Massiv auf meiner ganzen Reise gesehen. Leider war's nicht der Keipen, aber beim nächsten Norwegenbesuch muss ich unbedingt nochmals da hin und die Tour fortsetzen.
Bei Dunkelheit durch den Wald zurück zum Auto. Fast nichts gesehen und 4 x auf den Hintern gesetzt, weil auch noch die falschen Schuhe anhatte. Egal.
Ein paar Kilometer zurückgefahren und auf einem tollen P, direkt neben dem Langevatn übernachtet.
24.08.10
Wegen erneut vollem Speicher der Kamera nach Florö gefahren und wieder DVDs mit den Aufnahmen brennen lassen. Dann Strecke gemacht und bis abends den Zeltplatz "Taulen" erreicht.
25.08.10
Heute den Wagen mal aufgeräumt und Sachen geordnet. Das Wetter war wieder schlecht und deshalb in der Nähe von Voss 35 km eine Nebenstraße bis zum Ende gefahren. Dort im strömenden Regen im Wagen sitzend auf besseres Wetter gewartet. Kam aber nicht. Die Straße war zwar optimal vom Belag her, aber durch mindestnes 6 eingebaute Sprungschanzen, wurde das Fahren die reinste Gruselfahrt. Den Straßenbelag haben die einfach über die Bodenwellen gelegt, und wenn man oben drauf war, hat man nix mehr gesehen. Nur den Himmel. Ansosnten lecker Salatchen aus Voss besorgt und nix weiteres unternommen.
26.08.10
"Taulen" - eine absolut miese Höhle von Zeltplatz. Dafür nur 80 NOK/Nacht bezahlt.
Zurück nach Tyssedal. Dort eine Tour nach Mosdalsbu gemacht, 5,75 Std.. Hatte ich auch schon 2007 gemacht. War trotzdem schön.
Anschließend nach Odda-Camping. Dort wieder geduscht und übernachtet.
27.08.10
Um ca. 9.45 Uhr von Odda abgefahren und 14.15 Uhr in Kristiansand angekommen. Fähre "Superspeed 1" startete um 16.30 Uhr nach Hirtshals. Schon auf der Hinreise enttäuschte die Fähre durch ihre geringe Geschwindigkeit (25 kn). Die alte Fähre "Sylvia Ana" machte 40 kn. Die neue Büchse war grauenvoll langsam - 3,25 Std.. Warum das Teil einen solch großartigen Namen trägt ...?
Nach Ankunft in Dänemark ca. 100 km gefahren und wieder auf einem P übernachtet.
28.08.10
Ohne Zwischenfall zu Hause angekommen. 4000 km ohne Probleme gefahren. Und das mit einem 18 Jahre alten Mazda 323. Ich bin ja so stolz auf mein Autochen und freu mich jetzt schon auf meine nächste Reise.


nach oben

1 Jahr ist rum, ich bin schön dick geworden (102 kg), und die Zeit ist wieder ran um zu wandern. Die Geschäfte liefen gut und deshalb wollte ich Norwegen dieses Jahr 6 Wochen lang genießen. 6 Wochen Wandern und Steigen. Mein Gott, wer soll das denn aushalten?
Die Anfahrt von Berlin nach Hirtshals verlief wieder in einem Rutsch ohne Probleme. Aber dann begannen die Probleme, bzw. das eine große Problem: Auf der Fähre von Color Line war kein Platz mehr für mich. Das war ja noch nie da. Sauerei.
Aber es gibt ja außer Color Line noch eine andere Fährlinie - Fjordline. Auch alles ausgebucht. "Wat mach ick denn nu?" hab ich mich gefragt. Die einzige Möglichkeit bestand darin, mich auf eine Warteliste setzen zu lassen und ab da zu beten, dass für die nächste Fähre ein paar gebuchte Plätze durch Nichterscheinen der entsprechenden Personen frei wurden. Auf der Liste stand ich aber immerhin an Platz 4. Nicht gerade ideale Bedingungen um das Glück herauszufordern.
Na gut, nach ewiger Warterei auf dem Sammelplatz und dem Handzeichen des Einweisers an der Rampe - "Kannst kommen.", ging's dann um Mitternacht tatsächlich los - "Norwegen, ich komme!"
"Fjord-Cat" ist erheblich schneller als dieses Tretboot "Superspeed 1". In 2,25 Std. ist man in Kristiansand. Die Fähre ist aus Aluminium gebaut, um einiges kleiner als die Superspeed und deshalb nicht so unübersichtlich wie diese. Im Prinzip besteht das Schiff nur aus einem riesigen Raum, der sich über mehrere Etagen erstreckt. Man kann von oben über die freie Mitte bis nach unten schauen. Auch die Ticketpreise unterschieden sich erheblich von denen von Color Line.

Drüben angekommen, wiederholte sich alles wie schon x-mal gehabt: Runter von Bord und noch 1 Std. fahren. Dann auf irgendeinem Parkplatz übernachten. Der nächste Morgen zeigte mir dann das, was ich erst sehr viel später begreifen sollte - Dieses Jahr wollte mich Norwegen nicht. Es regnete. Es regnete ca. 5 Wochen lang, vorzugsweise nachts fast immer und tagsüber sehr oft. Die gesamten Sonnentage konnte ich an einer Hand abzählen und aus den 6 wurden dementsprechend 5 Wochen. Bis zu letzt hatte ich gehofft, das Wetter würde sich bessern. Aber nein, den Gefallen tat es mir nicht. Sogar auf der Rückfahrt nach Kristiansand regnete es, sodass ich quasi bis zu jenem Tage ruhigen Gewissens auf die Fähre fahren konnte. Na dann eben nicht. Aber das merk ich mir.

Mit dem Suchen nach schönen Touren wollte ich mich nicht mehr befassen. Ich hatte mir über amazon 2 prima
Tourbücher zugelegt, das eine mit 35, das andere mit 50 Touren. Und alle für Südnorwegen.

Eine Tour aus den Büchern werde ich nie vergessen. Laufzeitangabe waren 4 Std., gebraucht hatte ich 9,5 Std..
Ich jammerte, fluchte, bekam Panik. Kein nennenswertes Vorankommen, die Zeit entfleuchte, die Nässe kam langsam durch die Jacke, keine Markierungen, der Regen, das Rauschen vom nahen Fluss, die kaum zu betretenden glitschigen Steine ... alles ging mir auf die Nerven. Ich war schon wieder völlig fertig ... und verloren.
Als ich das Schlimmste hinter mir hatte, stolperte ich und verletzte mich am Handgelenk. Blut floss und das Navi hatte auch eine Schramme. Die Tour war im Buch mit +++ gekennzeichnet, also für höchste Ansprüche an den Wandersmann. Im Prinzip liegt's bei mir meist nicht an Kraft oder Kondition, sondern nur an den schwachen Nerven, die sehr früh versagen.

Meine diesejährige 1. Tour, zum Buerbreen bei Odda, vermittelte mir einen Vorgeschmack auf das, was später immer wieder auftreten sollte - ausrutschen, stolpern, fallen, verletzen ...
An ca. 10 Stellen muss man sich an Seilen den glatten Fels hochhangeln. Auf dem Rückweg bin ich dann weggerutscht, mit nur einer Hand am Seil quer über den Felsen geschwungen und dann in einer Felsecke zum liegen gekommen. Ganz toll. Ich wollte garnicht mehr aufstehen. Die Ecke war wie für mich gemacht - richtig gemütlich.

Fast am Ende meiner Zeit besuchte ich endlich endlich auch 'mal die Trolltunga am Ringedalsvatn bei Skjeggedal. Natürlich in Begleitung von ständigem Regen. Ich entschloss mich, wieder die hölzerne Treppe für den Auf- und auch Abstieg zu nehmen. Auf dem Rückweg rutschte ich 2 x auf den von Nässe durchtränkten Holzstufen aus, verließ dabei die Treppe vollkommen und hing mit meinem 20 kg Übergewicht und dem Rucksack mit gekrümmten Armen an dem Stahlseil neben der Treppe in der Luft. Dann zappelte ich so lange rum, bis ich die Füße wieder auf die Treppe bekam.
Mannomann, was war das denn wieder für ein Urlaub?

Bei einer anderen Tour zu einem Gletscher überfielen mich ca. 7 - 8 Killerziegen. Bei einer Pause, sitzend auf einem Stein, sprangen mich die Tiere an, leckten von den Beinen aufwärts bis zum Gesicht die schweißnasse und salzige Haut ab. Das richtig Grausige waren die Hufe, die unentwegt um den am Boden liegenden Rucksack trampelten. Darin mein JVC-Camcorder, mein Navi und die Powershot. Scheinbar wussten die genau, was es bei jemandem wie mich zu lecken gibt, wenn Arme und Beine nicht von Stoff bedeckt sind. Ich wurde die auch nicht los. Wegschubsen und Anschreien brachte nichts. Die wollten weggeprügelt werden. Das erledigte ein Landsmann mit seinem Wanderstock und rettete mich und meine Equipment.

Durch die starken Regenfälle schwollen auch Bäche und Flüsse an. So kam es, dass ich auf der selben Tour beim Überqueren eines etwas stärker fließenden Baches um mein Leben bangen musste. Da ich wieder schlauer sein wollte als andere, die auch rüber wollten, durchquerte ich das Wasser ungewollt an seiner tiefsten Stelle, stand bis zur Hüfte im Wasser und bekam die ganze Kraft der Natur zu spüren. Zum Glück war im Flussbett, kurz bevor es steil abwärts ging, ein Fangzaun verankert an den ich durch den Wasserdruck rangepresst wurde. Mit aller Kraft konnte ich mich dann am Zaun entlang zum anderen Ufer hin arbeiten. Und alles unter den Augen der anwesenden Wanderer, die im flachen Bereich rüberwateten. Unmöglich, die Situation.

Irgendwann auf meiner Reise erreichte ich Otta, am Rande vom Rondane-Nationalpark.
Um von dort zu dem Parkplatz Spranget (Rondvasbu) zu kommen, musste ich jemanden fragen. Der Lokalbesitzer/-pächter empfahl mir einen Weg, der eine Mautstraße war. Ich bezahlte also an der Schranke und fuhr diesen bis dato grauenhaftesten Weg, den ich jemals in Norwegen befuhr. Ich fuhr so langsam wie es nur ging und ich wurde von Norwegern überholt, die durch ihr Tempo fast faustgroße Klamotten durch die Gegend katapultierten. Der ansteigende Weg war nicht lang und man erreichte dann auf dem Berg eine ganz normale Landstraße. Da fragte ich mich, wozu ich denn diese Strecke des Grauens befahren hatte.

Den Parkplatz erreichte ich und musste deswegen nochmals Maut zahlen.
Es war noch nicht sehr spät und so packte ich abermals meinen 75 ltr.-Rucksack, stapfte in Richtuntg Rondvasbu los und baute ganz in der Nähe der Hütte mein Zelt auf.
Die Nacht war große Scheiße, der Standplatz für das Zelt ebenso. Mein neu gekaufter Schlafsack war viel zu klein und am nächsten Morgen war ich deswegen schlechter Laune. Das Zelt hatte ich auf so einer Art Flechte oder Moos gestellt. Wie ich dann herausfand, ist dieses Zeug völlig ungeeignet um darauf zu zelten. Erstens ist es nach Regen ewig feucht, zweitens liegt es nur lose auf dem festen Boden drauf und drittens rutscht man darauf aus, weil es eben nass und lose ist. Nach kurzer Überlegung baute ich das Zelt (Xtend Breeze 1) 200 m weiter an einer geeigneteren Stelle nochmals auf.
Danach machte ich einen mehrstündigen Ausflug ostwärts am Fuß des Berges entlang, aber packte am nächsten Tag wieder alle Sachen zusammen, weil die Sache mit dem kleinen Schlafsack kein Vergnügen versprach.
Um wieder in die Ebene zu gelangen, entschloss ich mich dazu auf der Landstraße zu fahren und nicht wieder diese grausige Mautstraße zu benutzen. Nun wurde mir klar, dass die Mautstraße ein Abkürzung war. Denn die Landstraße zog sich ewig am Berg entlang. Es gab Staus durch zu langsame Autos und alles wurde eine regelrechte Geduldsfrage.

Wenige Tage danach fand ich mich auf dem Parkplatz Straumbu wieder, der an der Ostseite von Rondane liegt. Die Sache mit dem Trecking ließ mir keine Ruhe. Es muss doch möglich sein, für längere Zeit in der Wildnis zu verweilen. Aber warum klappt das nicht bei mir?
Ich startete also vom Parkplatz aus, ging über die Flussbrücke und lief 6 Std. lang bis zu einer Stelle, die so perfekt zum Übernachten schien, dass ich mich dort niederließ. Eine kleine Senke gleich neben dem Wanderweg, voneinander getrennt durch einen Bach und mit einem kleinen Fleckchen grüner Wiese. Wirklich perfekt.
Was soll ich sagen ...? Wie im letzten Jahr auf der Hardangervidda, fing es abends an zu regnen. Es regnete bis zum Morgen und da ich das Innenzelt wegen Ballastproblemen im Auto ließ, drang der Regen durchs Außenzelt und pieselte mir als morgendlicher Gruß ins Gesicht. Das langte mir schon wieder. Und so packte ich abermals mein Gelumpe zusammen und trottete in 5 Std. zurück zum Auto.
Was mache ich nur falsch?

Mein Lieblingsberg - der Keipen:
Ja, und dann, dann besuchte ich zum 2. Mal den Keipen, um die Tour dorthin zu beenden. Das heißt, ich träumte davon, denn erreicht hatte ich ihn wieder nicht. Also ist noch ein weiterer Besuch angesagt. So, wie das aussieht, könnte die Tour ca. 10 Std. dauern. Nur hin, versteht sich.

Wer den Berg sieht, wird bestimmt genauso begeistert sein wie ich. Denn ich glaube langsam, dass der Keipen das Bergmassiv ist, das man sieht, wenn man oben auf dem vorgelagerten Berg steht. Hier nochmal der Anblick.

Bisher war der Ausgangspunkt für die Touren immer ein Parkplatz etwas nördlich vom Startpunkt, einer Holztreppe.
Die Fahrstrecke zwischen dem Parkplatz und der Holztreppe ist gering und in wenigen Minuten überstanden. Man kann im Prinzip vom Parkplatz starten, den Wagen dann nahe der Treppe abstellen und am Abend wieder zum Parkplatz zurückfahren.
Und hier der Verlauf der Tour.

Sollte jemand auf die Idee kommen, sich die Gegend mal aus der Nähe zu betrachten, dem kann ich die Tour wärmstens empfehlen. Selbst wenn das Ziel, der Keipen, nicht erreicht wird, erwarten den Wanderer unterwegs grandiose Aussichten. Bei gutem Wetter kann man bis aufs Meer hinausschauen.
Hat man die schlimmsten Steigungen hinter sich und erreicht oben den See, hat man einen schönen Blick auf das Bergmassiv (Bild). Geht man dann aber nach rechts, statt weiter geradeaus, steht man bald vor der Kante, an der man zum Risevatnet runterschauen kann. Gegenüber liegen riesige schräge Felsplateaus, die zumindest ich noch nie gesehen habe. Eine grandiose Aussicht. Es lohnt sich wirklich.

Meine letztendliche Erkenntnis aus diesen Wochen war aber, dass von der ständig vorhandenen Feuchtigkeit und Nässe alles, wirklich alles betroffen war. Das begann auf den Touren bei den aus dem Boden ragenden Wurzeln, die man besser übersteigt, höchstens quer betritt, aber nie längs. Bei Felsen und Steinen, die besonders schwer einzuschätzen sind, weil man Rutschigkeit nicht mit dem Auge erkennen kann, und Gras, das am schrägen Hang auch das Hinfallen fördert.
Am Auto oder Zelt angekommen, konnte man sich dann damit beschäftigen die nassen Klamotten wieder trocken zu bekommen, wobei nasse Wanderschuhe eine halbe Ewigkeit brauchen um wieder trocken zu werden. Die rausgehängte Kleidung durfte man nicht vergessen. Denn bei den regelmäßigen Schauern fängt man schnell wieder von vorne an, das Zeug zu trocknen.
Am meisten störten mich aber die beschlagenen Scheiben. Durch die nie endenwollende Feuchte im Wageninnern waren jeden Morgen nicht nur alle Scheiben dicht, sondern auch die nackten Karosseriebereiche waren patschnass. Vor dem Frühstück war dann erstmal Freiwischen angesagt.

21.07.11
Abfahrt um 10.10 Uhr von Berlin-Tempelhof.
Ankunft um 19.30 Uhr in Hirtshals.
Abfahrt mit Fähre Fjord-Cat um ca. 24.00 Uhr (kam mit Verspätung).
Nach Ankunft um ca. 3.00 Uhr in Kristiansand noch ein Stück gefahren und dann auf Parkplatz im Auto übernachtet.
22.07.11
Am Morgen regnet's leicht und 3,5 Millionen Mücken begrüßen mich.
Fahre weiter nach Odda. Diesmal in 9 Std. Habe unterwegs noch geschlafen, weil die Nacht sehr kurz war. Der Campingplatz war von der Nässe durchweicht. Das sind ja rosige Aussichten.
23.07.11
Heute die 1. Tour. Es geht zum Buerbreen. Zu Fuß gestartet, direkt vom Campingplatz. Nach 7,5 Std. zurück und dann kamen die Schmerzen im Hüftgelenk.
Auf der Tour hat's natürlich geregnet. Am Gletscher waren wegen eisigem Wind und Regen kaum Fotoaufnahmen möglich. Teilweise musste man sich an Seilen die nassen Felsen hochhangeln. Dabei ausgerutscht und hingefallen.
24.07.11
Hüfte schmerzt noch etwas. Dafür habe ich Muskelkater vom Hangeln.
Heute geht's zum Bondhusbreen. Im Prinzip ist der auf der anderen Seite des Folgefonna-Gletschers und man fährt zweckmäßigerweise durch den 11 km langen Folgefonna-Tunnel. Leider ist der nicht kostenlos zu durchfahren. (Die Mautrechnung dafür kam nach ca. 6 Monaten per Post. Automatische Kameras lichten jeden Autofahrer ab.)
Die Tour von 5,75 Std. war wieder ein Abenteuer.
Inklusive war ein Überfall von Killerziegen und eine sehr feuchte Überquerung eines Rauschebaches, der mich fast weggespülte.
Und wie soll's schon anders sein ... am Gletscher regnete es dann.
25.07.11
Ich bin erkältet. Kein Wunder, wenn man mit nasser Hose zum eiskalten Gletscher wandert.
Aus Lustlosigkeit kurz nach Odda runtergelaufen. Später nur rumgedöst und abends mit Schüttelfrost früh ins Bettchen gegangen.
26.07.11
Das Wetter ist schlecht und die nahen Berge sind wieder nicht zu sehen. Camping bezahlt und weiter Richtung Gol.
Bei Duranut wieder die 11 km lange Strecke nach Trondsbu genommen, Lage gepeilt und zum Tagesende genau die Parkbucht genommen wie letztes Jahr schon. Hier wieder übernachtet. Tagestemperaturen bisher um die 7 - 12 Grad. Ein herrlicher Sommer.
27.07.11
Mir geht's besser. Heute erstmal Richtung Geilo fahren. Bei Trondsbu mach ich nichts.
Auf der Strecke kurz vor Fagerheim angehalten und 7 Std. durch's Gelände gestolpert. Wegen Einnahme meiner Blutdrucktabletten ständig konditionelle Einbrüche gehabt.
Nach der Tour Geilo erreicht. Auf dem zentralen Parkplatz, gegenüber der Einkaufspassage, im Auto übernachtet. Hygiene auf nahen Geilo-Camping. Einfach reinmarschiert, alles erledigt was muss, und die 400 m wieder zurück zum Parkplatz. Geht alles.
Abends noch schöne Tour für den nächsten Tag ausgesucht.
28.07.11
Es regnet. Heute die ausgesuchte "schöne 4 Std.-Tour" zum Prestholtskarvet vorgenommen.
Es hörte auf zu regnen und ich fuhr los. Auf der Alm angekommen waren 1,5 Std. Marsch bis zu der Rinne angesagt, in der man auf den Gipfel steigen sollte. Es regnet schon wieder. Inzwischen kam der Regen durch die Kleidung, was bedeutete, dass ich die Jacke vergessen kann.
Nach 4 Std. immer noch nicht oben.
Oben dann nur Steinwüste gesehen. Später noch gestolpert, gefallen, geblutet ... und nur 2 Bananen als Wegzehrung mitgenommen.
Nach 9,5 Std. endlich wieder am Auto. Das war doch Horror.
Zum Abend hin wieder zum Campinplatz gelaufen, alles erledigt und wieder auf dem Parkplatz übernachtet.
29.07.11
Weiter Richtung Rondane.
Auf der 51 kleine 2 Std.-Tour bei Bitibu gemacht.
Kurzer Halt am Bitihorn. Scheint auch ein schönes Wandergebiet zu sein. Merken!
Abends Jotunheimen passiert und später wieder auf Parkplatz übernachtet.
30.07.11
Bei Vagano neuen Schlafsack, Regenjacke und lange Unterhose gekauft.
Weiter zum Parkplatz Spranget am Rande vom Rondane-Nationalpark. Rucksack gepackt und losmarschiert. Auf dem Weg durch 45 minütigen Regenschauer gelaufen. Neue Regenjacke ist dicht, aber dafür die Hose nicht.
In der Nähe von Rondvassbu das Zelt aufgebaut. Die Nacht kann kommen.
31.07.11
Die Nacht war Scheiße.
Der neue Schlafsack ist viel zu klein. Ich bin fast irre geworden. Der Verkäuferin hatte ich extra gesagt, ich bräuchte viel Platz.
Da die Nacht mies war, fehlte die Lust auf ausgiebiges Bergsteigen. Deshalb nur in der Ebene am Fuß vom Storronden und wieder zurück zum Zelt gewandert. Die nahen Berge bestehen nur aus Geröll. Och nö. Kennt man einen, kennt man alle.
01.08.11
Alles zusammengepackt und wieder zurück zum Auto marschiert. Mit einem zu engen Schlafsack wird das nichts.
Weiter nach Otta (nicht Odda) und Inlett für meinen uralten Schlafsack (am Fußende Futter kaputt) gekauft, der groß genug war.
Anschließend auf Campingplatz Vangen niedergelassen.
02.08.11
Das Wetter ist grandios und deshalb heute nur auf dem Platz rumgedöst, Bier getrunken, Musik gehört und erholt.
03.08.11
Den Tag gemütlich eingeläutet und dann weiter nach Straumbu. Netter Parkplatz mit allem Komfort. Hier übernachtet um dann morgen abermals den Versuch zu starten in die Wildnis Norwegens vorzudringen.
04.08.11
Nach dem Frühstück den Rucksack gepackt. Der Weg führt vom Parkplatz über eine Flussbrücke, bei der man sich hervorragend die Hände aufschlitzen kann, wenn man nicht aufpasst. Nägel schauen mehrere Zentimeter aus dem Geländer heraus.
Von hier aus 6 Std. auch an Björnhollia vorbeimarschiert. Dann endlich eine schöne Stelle für das Zelt (Breeze 1) gefunden. Bißchen Wiese, Wasser und alles windgeschützt.
Doch dann kam der Regen. Das war im letzten Jahr auch nicht anders.
05.08.11
Na ja, was soll ich sagen ... morgens regnet's immer noch. Das Innenzelt lag wegen Volumen- und Gewichtseinsparung im Auto und das Wasser kam durch das Außenzelt langsam durch und rieselte mir ins Gesicht. Nee, das gefällt mir nicht. Noch gefrühstückt und dann wieder alles zusammengepackt und zurück zum Auto. Ich weiß nicht, was da passieren muss, damit ich 'mal länger unterwegs sein kann. Sonne wär nicht schlecht, zumindest trockenes Wetter.
Nach 5 Std. wieder am Auto gewesen und nochmals auf dem Parkplatz übernachtet.
06.08.11
Zur Abwechslung nach Trondheim gefahren. Hat mir gut gefallen und hat sich gelohnt dort hinzufahren. Anschließend weiter gen Westen Richtung Kristiansund. Auf dem Weg dorthin, auf Zeltplatz übernachtet - 180 NOKs. Sauteuer.
07.08.11
Es ist Sonntag. Auweia. In Kristiansund ist nichts los. Alles tot. Nur am Hafen etwas Leben. Bei Burger King kleine Mahlzeit eingenommen und dann Abfahrt. Zum Tagesende gemütlichen Zeltplatz aufgesucht.
08.08.11
Es geht doch. 75 NOKs für 1 Nacht - ohne Rechnung und alles sauber.
Erstmalig die Trollveggen besucht. Kaum 'was gesehen, weil Nebel aufzog. Trotzdem bessere Sicht als für die Leute, die nach mir kamen.
Weil ein Abwasch und fast um die Ecke, gleich noch die Trollstigen von unten nach oben gefahren. Schöne Aussicht, viel Verkehr und ... Regen.
Oben angekommen, weiter nach Geiranger, aber dieses Mal Anfahrt aus nördlicher Richtung. Unglaublich viele Kurven abwärts.
Bei Geiranger auf dem Zeltplatz "Grande" erstmal zur Ruhe gekommen. Nach ca. 2 Std. im Auto sitzend und grübelnd, kommt der Platzwart und kontrolliert mich, ob ich bezahlt habe. "Nö, warum denn?"
Kontrolle? Das war ja noch nie da. Macht mir richtig Angst für die Zukunft.
09.08.11
Heute geht's nach Lom. Nochmals neuen Schlafsack gekauft. Es regnet.
Auf dem Campinplatz niedergelassen. Die wollen 260 NOKs pro Nacht. Kann garnicht sein. Das muss ich noch klären. Für morgen wieder eine Tour ausgesucht.
10.08.11
Der Tronoberget wartet. Aber erst an der Rezeption 'mal auf den Tisch gehauen: Von wegen 260 NOKs ...
Man hatte sich im Fahrzeug getäuscht. Statt PKW wurde Wohnmobil berechnet. Jetzt zahl ich 160 NOKs. Na also. Den Berg in 5,5 Std. steil hoch und weniger steil wieder runter, aber noch 0,75 Std. auf der Straße zurücklaufen müssen. Mir hat's wieder gereicht.
Anschließend Salat gekauft - lecker.
11.08.11
Quasi gleich neben dem Campingplatz liegt der Luesho, ein langer Bergrücken, 1204 m hoch. Es ging nur hoch und runter. Eine Kuppe nach der anderen. Zu wenig Wasser mitgenommen, aber glücklicherweise einen Bach gefunden. Völlig verausgabt, nach 8,5 Std. zurück in Lom. Sogleich beim Italiener ein Eis gekauft, das fast noch leckerer war als ein Salatchen.
12.08.11
Heute wieder ein Ruhetag. Wäsche gewaschen, in Lom Fotos gemacht und Wagen in der nahen Waschanlage gewaschen.
13.08.11
Vormittags Regenhose und Fleecejacke gekauft. Musste sein, da der Wind abends ziemlich kühl war und zu einer guten Regenjacke auch eine Regenhose gehört und meine bisherige Fleecejacke kein Futter hatte. Kein Wunder, dass ich da friere.
Anschließend ca. 1 Std. gefahren um zum Gjendesee zu kommen. Dort leider auch diese Tour abgebrochen, da das Ziel noch zu weit entfernt war. Nach 6,5 Std. zurück am Auto.
14.08.11
Heute Lom verlassen und in einem Rutsch bis Jostedal-Camping gefahren, da in der Nähe noch eine Tour vom letzten Jahr offen war.
15.08.11
Um 12 Uhr auf dem einsamen Platz am Ende der Straße, Nähe Myrhorn, den Wagen abgestellt. Letztes Jahr die Tour auf's Myrhorn gemacht und dieses Jahr sollte es auf den gegenüberliegenden Berg gehen. Kurz nach Beginn der Tour fing es an zu regnen. Es regnete mit kurzen Unterbrechungen die ganzen 7,75 Std.. Oben kam auch noch Nebel auf - Sichtweite ca. 100 m. Aber auf mein Garmin war Verlass. Nach Ausziehen von Regenjacke und -hose, waren alle Klamotten nass - vom Schwitzwasser. Also von atmungsaktiv keine Spur. Alles Quatsch, was die Werbung verspricht.
Sony Camcorder ist auch nass geworden.
16.08.11
Nach langer Überlegung doch nach Svelgen gefahren, da hier der Keipen liegt. Hübsches kleines und ruhiges Städtchen. Zum Tagesende dann zu dem etwas nördlich gelegenden und mir bekannten Parkplatz am Langevatnet gefahren um dort zu übernachten.
17.08.11
"Keipen, ich komme!"
Dacht' ich wenigstens. Es ist nicht zu fassen, aber ich hab's wieder versemmelt. Irgendwie bin ich vom Wege abgekommen. Das heißt, ich hätte am See vorbeilaufen sollen, bin aber kurz davor nach rechts abgebogen. Dass keine roten T mehr zu sehen waren, störte mich nicht.
War dann aber auch egal, weil ich einen prima Ausblick auf Svelgen und das Risevatnet hatte.
Also heißt's irgendwann nochmals - "Keipen, ich komme!" Kann doch nicht so schwer sein.
18.08.11
Aufbruch und nach Tvinde-Camping bei Voss gefahren um zu übernachten.
19.08.11
Von Tvinde weg und durchgefahren bis Odda, weil so langsam das Ende vom Urlaub eingeläutet werden sollte. Abends noch 6 Std. lang im Auto gesessen und meine Videoaufnahmen durchgekuckt. 5 Std. davon hat's geregnet.
20.08.11
So, heute soll's passieren. Der Besuch bei der Trolltunga ist angesagt.
7 Std. Marsch + 1,5 Std. für die Treppe + meine rein persönliche Zeit noch dazu = Ich werde sterben.
Na gut, nach 10 Std. lebe ich doch noch und sitze bei Dämmerung im Auto.
Trolltunga war kalt und verregnet. Kaum war ich weg, kam für 10 min. die Sonne raus. Jede Wette, das war Absicht. 10 min. hätten gereicht um eine paar schöne Aufnahmen zu machen. Aber nee, immer wenn's mal nicht regnete, gab's nichts zu sehen. Die Holztreppe war lebensgefährlich. 2x bin ich wegen der Nässe von dem Ding runtergerutscht, konnte mich aber am Stahlseil daneben festhalten und wieder zurückschwingen.
21.08.11
Auweia, meine Kniee tun weh. Ich komm kaum in die Hocke, und wenn, komm ich nicht mehr hoch. Aua aua.
Heute nichts mehr gemacht, außer Auto aufgeräumt und im Park spazieren gegangen.
22.08.11
Gefrühstückt, bezahlt und dann auf den Weg nach Kristiansand gemacht. Es regnet unentwegt. Ständig mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren um die Fähre zu erreichen. Hat für Fjordline nichts gebracht, aber für Color Line. Kaum auf dem Sammelplatz angekommen und gehalten, fuhren schon die ersten Fahrzeuge an Bord.
Der Abschied fiel nicht so schwer wie sonst. In alle Richtungen bis zum Horizont nur graue Wolken.
In Dänemark noch 110 km gefahren und Parkplatz zum Schlafen genutzt.
23.08.11
Bei wunderschönstem Sonnenschein den Parkplatz verlassen und ohne Probleme zu Hause angekommen.



nach oben

Meine Beobachtungen in Norwegen:
Von Seiten der Natur ist Norwegen wirklich eine Reise wert. Man muss es gesehen haben. Aber nicht in Videos oder Fernsehdokus, sondern selber, vor Ort. Als Norwegenbegeisterter kann man sich viel Mühe geben, anderen Menschen mit Worten zu beschreiben, wie schön es dort sein kann. Es nutzt nichts, wenn diejenigen nicht bereit sind auch mal nordwärts zu reisen..
Als Großstädter hat man anfangs Schwierigkeiten mit dem Straßenverkehr, der dort in der Regel sehr gesittet abläuft. Es hupt und drängelt niemand. Im Gegenteil, wenn es nicht voran geht, wird geduldig gewartet. An die meist 80 km/h gewöhnt man sich. Und wenn hinter dem eigenen Wagen plötzlich jemand etwas dichter auffährt, möchte der nur vorbei. Man blinkt kurz rechts und verlangsamt evtl. zusätzlich, der andere fährt vorbei und bedankt sich.
Um lange von den Erlebnissen und Beobachtungen zehren zu können, schaue ich ich alles bewusst sehr intensiv an. Dazu gehören auch Videoaufnahmen, die ich als Videotagebuch zusammengefasst habe. Na ja, bei 5 Wochen Aufenthalt in Norwegen kommen da ohne viel Mühe nach der Bearbeitung der Klips schonmal 6 - 7 DVDs zusammen. Da ist dann alles festgehalten, das mich beschäftigte und endet manchmal in einem wahren Rausch von belanglosem Gequatsche. Aber mir gefällt's und ich kann mich prächtig über diesen dicken Onkel amüsieren, der wirklich keinen Gedanken unausgesprochen für sich behalten kann. Hier ein kleines Beispiel.

In den letzten Jahren fielen mir aber auch einige sehr merkwürdige, bzw. weniger erfreuliche Umstände verschiedenster Art auf: Alle norwegischen Autofahrer, und wenn ich sage alle, dann meine ich auch alle, lassen unbekümmert bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Motor laufen. Die Situationen dafür sind mannigfaltig. Ich sah einen Handwerker an der Tankstelle, der ausstieg, drinnen einen Kaffee bestellte, während sein Auto die ganze Zeit mit laufendem Motor draußen stand.
Ich sah einen riesigen LKW ohne Fahrer vor einem Supermarkt stehen, aber mit laufendem Motor. Als ich gerade in das Geschäft eintreten wollte, kam mir der Fahrer, beladen mit einer Einkaufstüte unter jedem Arm, entgegen.
Da sitzen 2 Leute im Auto und unterhalten sich. Nicht etwa 2 min., nein, ca. eine halbe Std. lang. Der Motor läuft.
In Geiranger heben 2 Leute ihre Kajaks aus dem Wasser und beladen in aller Ruhe ihr Auto damit. Verzurren akurat die Gerätschaften, alle Wagentüren sind offen, aber der Motor läuft.
Solche Beispiele sah ich massenhaft. Und es waren immer Norweger.
Warum machen die das? Ich meine, wir Deutsche sind in dem Fall Umweltverpester und können dafür bestraft werden, aber den Norweger kümmern die Abgase, die er in seine vielgeliebte Natur bläst, garnicht. Besonders wenn man mal durch die Straßen schlendert, hört und riecht man die weit verbreiteten Diesel. Manchmal hatte ich den Eindruck, Motor laufen lassen wurde hier staatlich angeordnet.

Eine andere Sache ist der sehr fragwürdige Geschmack der norwegischen Architekten. Sieht man sich mal Bauwerke, Treppen oder Brücken an, die in die Landschaft gesetzt wurden, muss man sich schon fragen, ob der Architekt hier auch nur ansatzweise wusste, wo sein Gebilde errichtet werden würde. Da entsteht wirklich der Eindruck, je abstrakter das Bauwerk, desto krasser der Unterschied zur umgebenden Natur. Da passt nichts zueinander. Schön ist anders.

Ich ging, wie oben geschildert, über die kleine Hängebrücke, beim Parkplatz Strombu. Aus dem Handlauf ragten alle paar Meter zentimeterlange Nägel nach oben heraus. Wozu ist das denn gut?

Ich duschte oft auf "Billig-Campingplätzen". Sah ich z.B. nach oben, war in etwa 30 cm Entfernung über mir das Warmwasser-Magnetventil, mit einem völlig offenen Stromanschluss, also nicht gegen Spritzwasser abgedichtet. Bei uns in Deutschland wäre das wohl garnicht erlaubt, weil lebensgefährlich. Das selbe, nur noch gewagter, auf dem Campingplatz "Taulen". Da wurde das offene Ventil direkt in Hüfthöhe vor die Duscharmatur gesetzt.

In Lom gab es schöne Hygiene-Kammern zum Verschließen. Die hochmoderne Duscharmatur musste alle 30 sec. mit Druck auf einen Knopf neu ausgelöst werden. So richtig kam da kein Spaß auf.
Direkt über der Dusche hatte man einen Abzugsventilator für die Feuchtigkeit eingebaut. Stand man nackt unter der Dusche, wurde sofort auch die mit dem Wasser entstandene warme Luft nach oben abgesaugt. Man hatte also immer nur eine warme Körperseite, nämlich die, die gerade vom warmen Wasser berieselt wurde. Die andere Seite war immer kalt, denn der laufende Venti saugte die Nachluft unter dem Spalt der Tür rein. Man stand also auch noch in Zugluft. So konnte im gesamten Raum nie eine gemütliche Temperatur entstehen. Nach dem Duschen, fing man sofort an zu frieren,
Der einzige Kleiderhaken war dicht neben der Dusche. Der Haken für den üblichen Spritzwasser-Gummischieber war im Trockenbereich angebracht.
Was soll man denn dazu sagen? Typisch Norwegen? Das Land der Improvisationskünstler und Dilettanten?

Na ja, sicher liest sich das etwas übertrieben. Vor allem, weil es sich um geballte Kritik oder Meckerei handelt. Aber es ist wirklich so wie geschildert. Man muss nur hinkucken.

Sehr positiv ist aber anzumerken, dass die Leute selber hyperfreundlich sind. Ich habe nie jemanden vor mir gehabt, der mir das Gefühl vermittelt hätte, ich würde ihn nerven. Selbst die jungen hübschen Norwegerinnen, die im Supermarkt an der Kasse sitzen, sind auch dann freundlich, wenn der blöde Touri wieder nicht versteht, ob er ein Quittung oder eine Tüte haben möchte.

Und trotz allem hab ich Norwegen natürlich weiterhin gern. Das, was ich da manchmal sehe, was mich verwundert oder stutzig macht, ist eher ein Anlass zum Schmunzeln, schlimmstenfalls zum Kopfschütteln. Meinen schönen Urlaub kann das nicht beeinträchtigen. Das schafft nur ein schlechtes Wetter.

nach oben

Nein, nein, nein. Das Wetter war gut, aber ich kam nicht in Stimmung. Was mich 4 Wochen lang nicht so richtig in Fahrt kommen ließ, habe ich bisher nicht klären können. Ich konnte mich auf den Wanderungen nur schwer motivieren einen Fuß vor den anderen zu setzen. Aus einer 5 Std.-Tour machte ich 11,5 Std., war am verzweifeln und machte mir fast wieder in die Hose, weil es immer dunkler wurde und das Auto noch weit entfernt war.

Aus der Erfahrung des letzten Jahres, dass beide Fährlinien auch ausgebucht sein könnten, dachte ich gelernt zu haben. Für ca. 100 EUR buchte ich frühzeitig Hin- und Rückfahrt mit Fjordline. Meine ständige Trägheit machte mir aber so zu schaffen, dass meine Rundreise fast 1 Woche zu früh endete. Die ging vom Prekestolen über Odda, Bergen, Svelgen (Keipen), Lom, Hemsedal, Lillehammer, Gol, Kongsberg und Arendal. Der letzte Campingplatz war Hove-Camping und von dort war es nicht mehr weit nach Kristiansand. Das Rückfahrtticket wurde neu gekauft und war mit seinen 50 EUR insgesamt betrachtet noch zu verkraften.

Und kaum zu glauben: Ich vergaß wieder ein Buch mitzunehmen. In den Abendstunden bin ich vor Langeweile fast gestorben. Ich habe mich bemüht in Norwegen ein deutsches Buch zu bekommen. Ohne Erfolg. Auch in Buchläden gab es kein Buch in deutscher Sprache.

Dieses Jahr sollte aber die Route anfangs nicht wieder nach
Odda führen und deshalb war das erste Ziel dieses Mal der Prekestolen um wieder ungeniert die Beine über die Kante baumeln zu lassen. Zwar war ich auf dem schon 1995, aber was soll's. Nach so vielen Jahren kann man diese Tour ruhig nochmals machen. Es war die erste und erstaunlicherweise hatte ich zum Schluss keine Probleme mit den Knieen. Die kamen viel später.

Meine Übernachtungen sollten wieder im Auto stattfinden. 2 Tage vor Abfahrt (warum so spät?) bastelte ich also wieder ein Brett zurecht, was mich die ganze Reise über beschäftigte. Es war zu schmal und zu hart. Später kaufte ich eine billige Luftmatratze um einigermaßen komfortabel zu liegen, aber das Ding rutschte nachts bei jeder Bewegung unter mir weg, sodass ich sie irgendwann gegen die mitgenommene Therm-a-rest NeoAir ersetzte. Das Teil kostete 140 EUR und ich hatte Angst, sie könnte auf dem Brett kaputt gehen. Es passierte aber nichts.
Nur eine Nacht schlief ich ausgezeichnet auf der Matratze. Davor und danach waren alle Nächte ziemlich unruhig. Aus dem Grunde war ich evtl. nie richtig ausgeschlafen, was bei mir bedeutet, dass der kommende Tag einfach nicht gut werden konnte.
Dann erlebte ich auch noch meinen größten Albtraum - ich bekam "Rücken". Oh Graus, der Urlaub ist vorbei, dachte ich. Vermutlich durch den ewig kühlen Wind und den üblen Nächten auf der Matratze litt meine Muskulatur etwas und bedankte sich morgens mit einem stechenden Schmerz auf der rechten Seite der hinteren Hüfte. Zum Glück war es aber nur die abgeschwächte Version von dem, was mich zu Hause hin und wieder plagt, wie sich herausstellen sollte. Ich nahm ein Tablettchen (hab ich immer dabei) und wagte mich am nächsten Tag schon wieder auf einen nahen Berg, den Reinaknuten bei Tysdal-Camping.
Der Platz ist nicht übel, aber von Westen her etwas schwer zu erreichen.

Meine allerschlimmste Tour machte ich bei Uskedal. Sie ging zum Englafjell. Der Aufstieg verlief auf einem extrem steilen Pfad durch den Wald. Diesen Weg konnte ich unmöglich wieder zurückgehen, sodass ich gezwungen war immer weiter zu laufen. Ohne Karte, nur mit Navi bewaffnet, erreichte ich nach 6 Std. den Gipfel, der total in den Wolken lag. Zu sehen gab's also nichts nach meinen Anstrengungen. Aber ich musste weiter und verglich ständig den bisherigen Weg auf dem Display des Navis mit dem Bild aus dem Tourenbuch, das ich noch im Kopf hatte. Es musste ein Abzweig kommen, aber der ließ auf sich warten. Es kam ein mörderisch steiler Abstieg über einen Geröllhang, den ich tatsächlich ohne Verletzungen hinter mich brachte. Dann wurde es dunkel und ich richtete mir im Geiste schon ein "gemütliches" Nachtlager ein, denn Regenkleidung, Messer und eine taugliche Taschenlampe hatte ich dabei.

Es kam wieder ein Wald, aber ich hatte Glück. Der Weg verlief ziemlich am Rande des Waldes, war nicht steil und noch gut erkennbar. Außerdem war der Wald auch nicht so lang wie das Stück am Anfang der Tour. Abends, um 22.30 Uhr, saß ich dann völlig entkräftet im Auto.

Vom fast leeren Tank, den noch 70 km bis nach Odda-Camping und dem leuchtenden Lämpchen der Spritkontrolle für über 30 km erzähl ich 'mal lieber nichts.:-(

Ach ... und dann war da noch die Tour bei Notodden-Camping. Es sollte zum Himingen gehen. Laut meinem Tourenbuch war die Tour nicht schwer und im Handumdrehen erledigt. Ja, so hätte es sein sollen. Allerdings erstieg ich den Himingen zweimal.
Oben angekommen, genoss ich erstmal die Aussicht, wie sich das gehört. Ich schritt die umliegenden Kanten ab und bei einem Blick nach unten entdeckte ich an einer relativ steilen, aber rückwärtigen Felswand blaue Wegmarkierungen. Aha, schau an, dachte ich. Die führen bestimmt zum Parkplatz zurück, denn im Buch war ein Weg eingezeichnet, der sich mit diesem hätte prächtig ergänzen können, da dort ein Stückchen fehlte. Leider stimmte das nicht. Dieser Pfad führte nämlich immer weiter vom Berg und dem Parkplatz weg. Das merkte ich erst nach dem Abstieg und weiteren 1,5 Std. Marsch durch das hinter dem Himingen liegende Gelände.

Na so ein Mist. Inzwischen war der Gipfel des Berges weit hinter mir und von Wald und Hügeln verdeckt, weil es ständig abwärts ging. Es kam dann ein Moment in dem ich entscheiden musste, was ich machen müsste um nicht wieder zu sterben. Ich meine, 1,5 Std. vom Berg bereits entfernt zu sein, bereitete mir schon Bauchschmerzen. Aber den Weg weiter zu gehen, bedeutete einen Marsch ins Ungewisse mit unbekanntem Ziel. Ich entschied mich, den Weg wieder zurückzugehen. Gottseidank war ich generell früh gestartet und die Tour zum Gipfel dauerte nicht lange, sodass ich noch jede Menge Zeit zur Verfügung hatte. Das Adrenalin sorgte für einen weiteren halbwegs flotten Aufstieg und ich stand alsbald abermals vor dem Berg mit dieser Felswand und den blauen Markierungen. Nach meiner mir selbst auferlegten Zeitvorgabe sogar eine 1/2 Std. zu früh. Statt 18 Uhr war es 17.30 Uhr. Also was sollte wieder das Rumgeheule? Nach 8 Std. des "fröhlichen" Wanderns saß ich um 20.30 Uhr wieder im Auto.

Und dann besuchte ich nochmals den Keipen. Dieses Mal wollte ich ihn bezwingen. Im Nebel traf ich abends wieder auf schon erwähnten Parkplatz am Langevatn ein.
Meine ständige Lustlosigkeit brachte mich aber nur äußerst dicht an den Keipen ran. Ich hab ihn wieder nicht erreicht. Ich hätte ihn zu gerne wenigstens 1x angefasst.

Im Ernst ... mein Rucksack hat mich fast erwürgt. Zwischenzeitlich musste ich mir das Ding bei praller Sonneneinstrahlung vom Leibe reißen um nicht ohnmächtig zu werden. Wenn man die eine Felswand sieht, könnte man nicht glauben, dass man da hinauf soll. Aus der Ferne hält man das für unmöglich. Aber es gibt einen Weg, der steil und rutschig ist. Anders hatte ich den auch nie erlebt. Vor der Tour hatte ich starke Zweifel, ob das nicht völliger Unsinn wäre, ohne Kraft und Motivation diese anstrengende Tour zu machen, da ich die steile Passage natürlich kannte. Ich wollte es vom Wetter abhängig machen, denn am Morgen lagen die Berge noch im Nebel. Der allerdings verzog sich schnell und die Sonne strahlte in voller Pracht. Meine Zweifel allerdings lösten sich nicht in Luft auf und so stand ich trotz düsterer Gedanken wieder vor der großen Holztreppe (Sördalstrappa), die hinauf zum Pfad führt. Da ich gedanklich immer wieder den Unsinn meiner Absicht abwog, vergaß ich meinen Wanderstock, der noch an der Treppe stand, sodass ich nach einigen Minuten Marsch wieder zurück ging um den Stock zu holen. Also hieß es, nochmals die Treppe runter- und wieder hochzusteigen.

Irgendwann war ich tatsächlich auf dem vorgelagerten Berg und baute mein Zelt (Quechua ultralight T2) nahe des Hjelmevatnets auf. Es gab hier keine einzige ebene Fläche, nur bewachsene Steine. Mit etwas Glück kann man aber eine akzeptable Stelle für das Zelt finden, aber es ist die letzte Gelegenheit. Danach kommt nur noch nacktes Geröll.

Die kommende Nacht war wieder unruhig. Das ferne Rauschen des Wasserfalles wäre nicht schlimm gewesen, aber es kam Wind auf. Der zuppelte am Zelt und erzeugte Wellen auf dem See, die sich am Ufer brachen. Diese 3 Geräusche ließen mich erst spät einschlafen, womit ich also wieder nicht fit für den nächsten Tag war.

Nach dem Frühstück folgte ich ca. 2 Std. dem weiteren Pfad (dieses Mal dem richtigen) zum Keipen und fühlte mich immer schwächer. Letztendlich setzte ich mich an eine Stelle, von der aus ich gut in das vor mir liegende Tal schauen konnte und den Keipen in seiner vollen Größe vor mir hatte. Es sah so aus, als müsste man den Angriff auf den Gipfel vom Gebiet links hinter dem See starten. Dort wird es flacher. Das würde aber bedeuten, dass der ganze Bergrücken abgeschritten werden muss, um zum Gipfel zu kommen, was die Karte von http://ut.no auch bestätigt.

Es sollte der letzte Besuch sein, beschloss ich. Man kann gut den Steinhaufen auf der höchsten Erhebung sehen. Wenn der das Ziel sein soll, dann wäre der Weg dorthin nochmals 5 Std. lang gewesen. Zurück hätte ich ja auch noch gemusst, aber 2 Tage hintereinander, in meinem Alter und ohne Kondition Höchstleistung zu bringen, hätte mich umgebracht.

Das Zelt, das noch am See stand und aus der Ferne kaum zu sehen war, baute ich dann nach der Rückkehr ab, wonach ich am späten Nachmittag wieder am Auto war.
Das Quechua T2 ultralight hat mich angenehm überrascht. Obwohl das Innenzelt in sehr dunkler Farbe gehalten ist, wirkte es auf mich nicht beängstigend, sondern beruhigend. Es lag evtl. an den Lichtverhältnissen, aber die Farbe entsprach mehr einem dunklen Lila und nicht einem Schwarz. Die 1,90 m lange gelbe Therm-a-rest Neoair passte gut rein und die Apsis bot ausreichend Platz für den 75 ltr.-Rucksack, Kocher und Schuhe. Das Zelt geb ich so schnell nicht her.

Gut, der Traum ist nun zu Ende geträumt. Der Keipen ist ein schöner Berg und ich bekomme etwas feuchte Augen, wenn ich ihn vor meinem geistigen Auge sehe und an die Strapazen denke, die er mir bereitete, aber es sollte nicht sein. Ich hab' ihn trotzdem lieb.

So romantisch ich mir auch eine Trekkingtour vorstellen mag, die Praxis sieht bei mir immer etwas anders aus. Und so habe ich mich dazu entschlossen (nun endgültig), mir keine mehrtägigen Touren mehr vorzunehmen. Ich packe das nicht. Ich brauche nach einem Wandertag meist 1 Tag Ruhe für die alten Knochen. Wie soll das auf einer Trekkingtour aussehen? 1 Tag an Ort und Stelle zu bleiben, um sich zu erholen, ist doch der Tod der frischen Tat. Das würde ich nicht aushalten.

Die nächste Überlegung war, dass ich den Quatsch mit dem Schlafen im Auto aufgebe. Südnorwegen habe ich jetzt 6 Mal bereist, habe viel gesehen und erlebt und denke, dass es nun gut ist mit der Rumfahrerei (dieses Mal insges. 4200 km), schon wegen des Spritpreises von ca. 2 €/ltr.. Ich werde mir einen Ort/Campinplatz aussuchen, auf dem ich 3 Wochen bleibe, um von dort Tagestouren durchzuführen. Durch die gesparten Spritkosten leiste ich mir eine Hütte und erspare mir auch noch die Mitnahme irgendwelcher Ausrüstungsgegenstände, sodass ein großer Koffer als Reisegepäck reichen müsste.
Der Ort meiner Wahl wäre Elvely-Camping bei Hemsedal. Ein kleiner, sauberer Platz und 20 Gipfel in der Umgebung, die mich alle 2 Tage beschäftigen. Die Hütten sind sauber, ohne Beanstandung und an einem Ruhetag kann ich auf der Veranda mit Musik, Bierchen oder Buch genüsslich am lautlos vorbei fließenden Fluss entspannen. So mach' ich das.

Eine Tour wollte ich doch noch erwähnen. Die zum Kvitingatn bei Hemsedal. Dass ich manchmal mit Brille blind wie ein Tiefseefisch bin, ist mir bekannt. Ich starte also die Tour, peile den vermeintlich richtigen Berg an, aber laufe dann doch an ihm vorbei. Nach einem Weilchen dreh ich mich um und entdecke in kurzer Entfernung hinter mir eine Brücke, die über den parallel zum Weg verlaufenden Fluss führt. Hm, das kam mir recht komisch vor. Warum lief ich an der Brücke vorbei? Und hätte die zum richtigen Berg geführt?
Der Weg führte immer weiter von allen in der Umgebung zu sehenden Bergen weg. Nach ein paar Std. wurde ich etwas zornig, denn offenbar gab es heute kein richtiges Ziel und auch keinen Gipfel zu erstürmen. Aber nach ein paar weiteren Minuten auf dem Pfad tauchte hinter der Erhebung ein See auf. Na gut, dann war heute ein See das Ziel und ich war damit wieder guter Stimmung.

Bei der Betrachtung des Geländes stach mir ein hoher Berg (Harahorn), direkt vor mir, ins Auge. Der hatte einen Ableger, ein Baby sozusagen. Kurz die Lage gepeilt und den Babyberg erklommen, war ich rundum zufrieden. Eine schöne Aussicht und gutes Wetter war meine Belohnung.
Den richtigen Berg erklomm ich am nächsten Tag. Das wegweisende Schild, groß und deutlich, hatte ich mitten auf dem Pfad nicht gesehen.

Die Pointe aber war, dass mich die "falsche" Tour am Vortage unerklärlicherweise total begeistert hatte. Später wusste ich auch warum. Die Tour verlief durch fast ebenes Gelände. Über die Länge des Weges und die vergangenen Stunden bemerkte man die sanfte Steigung fast garnicht. Zum Schluss wäre es durchaus möglich gewesen, noch schnell das Harahorn mitzunehmen. Das Gelände an sich war schön und es bot wirklich überwältigende Eindrücke, wobei die mich bei Abendsonne am meisten beeindruckten.
Kurz gesagt - die Tour war für mich wie maßgeschneidert, was auch die Anforderungen an meinen Körper betraf. Und das Unglaubliche war für mich der Anblick der vollen Größe dieses Gebietes, als ich dann auf dem Gipfel vom Kvitingatn stand. Das war ja bestialisch groß und weit, was ich da durchwandert hatte. Ich war schwer beeindruckt von meinen eigenen Leistungen.

31.07.12
Abfahrt um 14.45 Uhr von Berlin-Tempelhof.
460 km gefahren und in Dänemark Parkplatz zum Übernachten aufgesucht.
01.08.12
Ankunft in Hirtshals (Fjordline) um 14.00 Uhr.
Abfahrt mit Fjord-Cat um 17.00 Uhr und um 19.15 Uhr pünktlich in Kristiansand angelegt.
Auf der E39 noch 85 km gefahren und auf einem schönen neuen P wieder übernachtet.
02.08.12
Die Nacht hat's geregnet. Weiter zum Prekestolen und entspannt die Tour um 13.00 Uhr gestartet. Um 19.00 Uhr zurück gewesen.
Weiter nach Tysdal-Camping.
03.08.12
Heute ist Ruhetag. Morgens "Rücken" bekommen. Nach Einnahme einer Tablette und weniger Schmerzen, nach Tau gefahren und billige Luftmatratze gekauft. Danach bei schönem Wetter mit Campingstuhl, Musik und Bier ins seichte Wasser vom Tysdal-Vatnet gesetzt und wie blöd auf den Reinaknuten geschaut. Der ist morgen fällig.
04.08.12
Heute die Tour zum Reinaknuten angetreten. Nach 8 Std. zurück am Auto. Die Tour war gut, aber erste Anzeichen von Lustlosigkeit kommen auf.
Rücken ohne Schmerzen. Glück gehabt.
05.08.12
Heute weg von Tysdal und weiter nach Odda. Wegen Straßensperrung Umweg fahren müssen. Zwischen Sauda und Röldal superschöne Strecke gefahren.
Um 18.00 Uhr in Odda eingetroffen.
06.08.12
Morgens in Odda eingekauft und anschließend fertig gemacht für die Tour bei Strand (Ort nahe Odda).
Tour sollte zum Buarvatnet gehen. Dorthin durch reinsten Sumpf gestapft. Den See nicht erreicht, weil zu weit weg. An der höchsten Stelle der Tour fing es an zu regnen. Beim allerletzten Schritt aus dem Wald auf den Parkplatz doch noch gestürzt. Tour dauerte 8.25 Std..
07.08.12
Heute wieder Ruhetag. Sonne scheint. Deshalb wieder schön entspannt, Postkarten geschrieben und Wagen aufgeräumt.
08.08.12
Früh aufgestanden und für die Tour bei Uskedal wieder durch den Folgefonna-Tunnel gefahren. Die Tour war quasi ein Rundweg und das Ziel das Englafjell. Wetter war prächtig, aber der Pfad nach oben durch den Wald viel zu steil. Für den Rückweg kam der nicht infrage. Also immer weitermarschiert und nach viel Rumgejammere nach 11,5 Std. um 22.30 Uhr wieder im Auto gesessen. Nie wieder eine Tour, die im Buch schwarz gekennzeichnet ist.
Auf der Rückfahrt nach Odda drohte auch noch der Sprit auszugehen. Kontrolllampe leuchtete für ca. 30 km. Im Tunnel dann nochmal Gas bis 120 km/h gegeben und die halbe Strecke nur noch gerollt, weil's leicht abwärts führte. Trotz allem sicher auf dem C-Platz angekommen.
09.08.12
Heute wieder Ruhetag.
10.08.12
Von Odda-Camping weg und etwas südlich bei Hildal-Camping eine 6,5 Std.-Tour gemacht. Beschreibung stammte aus dem Kommunenblatt Oddas und war ziemlich unverständlich. Deshalb zu Beginn etwas Schwierigkeiten gehabt, den richtigen Weg zu finden. Unterwegs traten auch noch Ungereimtheiten auf, aber insgesamt betrachtet war die Tour ok.
Da Campingplatz auch ok, gleich 1 Nacht geblieben.
11.08.12
Aufbruch nach Bergen. Nur 3 Std. geblieben und dann weiter Richtung Keipen. Abends auf seltsamen P eingetroffen und dort übernachtet.
12.08.12
Das Wetter ist gut und deshalb gleich eine kleine Tour nahe des P gestartet. Wohin? Keine Ahnung. Vom nahen Berg auf den P geschaut und überlegt wozu der gut sein soll - Riesenplatz mit vielen Parkbuchten, aber weder WC noch Abfallbehälter. Die ganze Zeit stand nur 1 Auto da: Meins.
Dann kamen Wolken. Schade. Hätte mich gerne etwas in die Sonne gelegt. Aber auch hier übermannte mich meine Lustlosigkeit. Was ist dieses Jahr nur los mit mir?
Nach der Tour wieder zum P gefahren, nahe Keipen. Für die 188 km 4 Std. gebraucht. Dort abends im Nebel eingetroffen. Unheimlich.
13.08.12
Nach anfänglichem Zögern doch den großen Rucksack gepackt und zur Sördalstrappa (die Treppe ins Verderben) gefahren.
Bis zum Hjelmevatn 4,5 Std. gebraucht und das Zelt (Quechua ultralight T2) aufgebaut. Zelt ist wirklich gut. Evtl. einen Tick zu kurz, aber der Rucksack passte in die Apside und die lange NeoAir (1,90 m) gerade so ins Innenzelt.
14.08.12
Habe mich dem Keipen heute noch ca. 2 Std. lang genähert. Aber wegen fehlender Motivation dann an den Hang gesetzt und nur zum Berg rübergeschaut. Ich war wie gelähmt und nicht in der Lage weiterzugehen.
Nach einer Weile dann zurück zum Zelt, alles abgebaut und nach 3 Std. Abstieg wieder am Auto gewesen.
Die Nacht wieder auf dem P am Langevatn verbracht.
15.08.12
Nach 210 km und 4,5 Std. in Lom eingetroffen. Den selben Platz wie letztes Jahr für's Auto belegt. Wäsche gewaschen, Salat bei coop gekauft, Musik gehört und abends lecker Eis vom Italiener geholt.
16.08.12
Wegen ständig schmerzender Kniee und unruhigen Nächten Shockabsorber für die Treckingstiefel gekauft. Anschließend eine Probetour zum Staurustberget gemacht. Ein Unterschied ist zu spüren. Endlich eine merkbare Dämpfung beim Gehen. Hätte ich schon früher machen sollen.
17.08.12
Die SpareBank 1 will mir kein Geld geben. Automat und Angestellte haben 'was gegen meine EC-Karte. Letztes Jahr gab's kein Problem.
Weiter nach Otta und dort bei der selben Bank vom Automaten 5000 NOKs bekommen. Was soll das denn gewesen sein?
Anschließend kleiner Abstecher Richtung Rondane wegen Tour aus meinem Buch.
Tour zum Muen war angesagt - 1 Std. rauf, 1 Std. runter. Hab ich tatsächlich geschafft. Nur den Weg nach oben hab ich nicht gesehen. Bin den halben Berg über die Riesenklamotten gestiegen. Hatte wohl wieder etwas übersehen.
Auf P am Muen übernachtet.
18.08.12
Auf nach Lillehammer. Sprunganlage angeschaut. Dann "nach unten" und durch die Einkaufszone geschlendert.
Später weiter nach Leira und dort auf C-Platz übernachtet.
19.08.12
Heute wieder eine Tour aus dem Buch gemacht - zum Spotind. Insgesamt 6 Std. unterwegs gewesen. Superwetter, aber kühl und windig. Ziel auf dem Berg war eine Militäranlage. Mal was Anderes.
Nach der Tour weiter nach Elvely-Camping bei Hemsedal.
20.08.12
Heute bißchen rumgetrödelt und am Nachmittag Richtung Hemsedal-Skicenter gefahren. 50 NOKs für Maut bezahlt. Frechheit für diese miese Strecke. Irgendwo angehalten und nach Gefühl eine kleine Tour durchs Gelände gemacht.
21.08.12
Sonne scheint. Tour sollte zum Kvitingatn gehen, habe aber Abzweig verpennt. Tour war trotzdem superschön. Morgen nochmal starten und aufpassen!
22.08.12
Es regnet leicht. Trotzdem die Tour zum Kvitingatn gestartet und von oben auf das riesige Gebiet von gestern blicken können. Unglaublich, wo ich da langgelaufen war. Tour dauerte 6 Std..
23.08.12
Es regnet wieder. Richtung Kongsberg gefahren. Dann bei Notodden-Camping niedergelassen. Kein schöner Platz.
24.08.12
In der Nähe vom Campingplatz gibt's eine Tour aus dem Buch. Glück gehabt.
Wieder Maut bezahlt und auf extrem staubigem Schotterweg zu einem Parkplatz gelangt. Von hier die Tour zum Himingen gestartet. Auf dem Gipfel steilen, aber markierten Pfad an Felswand gesehen und diesen für den Abstieg benutzt. Leider führte der nicht zum P, sondern weit ins Gelände hinter den Berg. Nach 1,5 Std. kehrt gemacht und wieder über den Berg zurück zum P marschiert. Tour hat 8 Std. gedauert.
25.08.12
Weiter nach Arendal. Unterwegs alte Schiffsschleuse bei Lunde besucht und 2,5 Std. das Treiben beobachtet. Da war richtig 'was los. Bierchen getrunken.
Nachmittags auf Hove-Camping niedergelassen. Abends am Strand Steinekucken gegangen - Bimsstein gefunden.
26.08.12
Langsam nach Kristiansand gefahren. Bei Fjordline neues Ticket gekauft. Um 17.15 Uhr in Hirtshals angekommen. Dann noch 250 km gefahren und wieder auf P übernachtet.
27.08.12
Um 8.30 Uhr von P losgefahren und nach 550 km ohne Zwischenfall zu Hause angekommen.



nach oben
zurück zur HP

Homepage Besucherzähler

Die gezeigten Bilder wurden zu Beginn mit einer Rollei 35 LED gemacht und deren Papierbilder gescannt. Die nächsten mit einer NIKON Coolpix 950 ohne jegliche Filter, und die letzten Bilder wurden mit einer CANON PowerShot SX120 gemacht.

Und hier das Ergebnis meiner jahrelangen Beobachtung der Dampferanlegestelle in Eidfjord - Screenshots der Web-Cam.
Falls mir jemand schreiben möchte, weil er nicht mehr an sich halten kann, soll er das machen: g.g.grund ädth. web.de ;-)